Corona und Schule

Magdeburg absolviert Abiprüfungen unter Ausnahmebedingungen

Wegen der Corona-Krise konnten sich die Schüler nicht wie andere Jahrgänge auf Prüfungen vorbereiten. Schülerinnen des Edithagymnasiums berichten.

Von Martin Rieß

Magdeburg. Über die Prüfungsaufgaben zu den Abiturprüfungen zerbrechen sich seit der letzten Aprilwoche 2021 auch die Zwölftklässler des Edithagymnasiums am Lorenzweg in Magdeburg die Köpfe. Es handelt sich um den ersten Jahrgang, der an der neu gegründeten Schule seine Abiturprüfung ablegt – und wahrscheinlich wird es dieser Jahrgang sein, der unter Bedingungen insbesondere die Vorbereitungen absolvieren musste, wie das bei keinem anderen wieder der Fall sein wird.

Zu denen, die nach und nach die Prüfungen ablegen, gehört Michelle Walter aus der Klasse 12a. Sie sagt mit Blick auf die vergangenen Monate: „Die Zeit war weder für uns noch für unsere Lehrer einfach.“ Dabei möchte sie auf die Lehrerschaft an ihrer Schule nichts kommen lassen. Die Schulleiterin Katja von Hagen, die auch Tutorin der Klasse 12a ist, habe viel dafür getan, dass der Abiturjahrgang 2021 trotz der Einschränkungen gut vorankommt.

Zuletzt habe geholfen, dass wieder Unterricht in der Schule angeboten wurde, so dass Fragen gestellt werden konnten und im Fall der Fälle noch einmal Übungen gemacht werden konnten. Denn auch wenn seitens der Schule viel getan worden sei – die vom Land zur Verfügung gestellte internetbasierte Lernplattform wird nicht gut in Erinnerung bleiben. Zu langsam und zu unzuverlässig sei diese.

Selbstorganisation ist gefragt

Eileen Uhde besucht ebenfalls die 12a. Sie mag sich nicht vorstellen, wie die Situation vor einigen Jahren noch ausgesehen hätte, als man noch nicht so gut miteinander via Smartphone und Computer vernetzt war. Sie sagt: „Bei uns ist wie bei allen, die an anderen Schulen vor uns Abitur gemacht haben, der Austausch wichtig.“

Gemeint ist damit mit Blick auf die bevorstehenden Prüfungen nur in zweiter Linie der Austausch unter Freunden in der Freizeit, um vom Lernstress abschalten zu können. Es geht um das gemeinsame Lernen. Eileen Uhde berichtet: „Da haben wir uns selbst organisieren müssen. Über verschiedene Apps war der Austausch abseits der offiziellen Plattform möglich“, sagt sie. Und je nach Pandemielage waren ja auch Treffen möglich, um miteinander den Lernstoff noch einmal durchzugehen. Klar, so die Zwölftklässlerin aber auch, seien diejenigen, die nicht über eine moderne technische Ausstattung verfügen, im Nachteil gewesen.

Mischung aus Aufgaben und Online-Unterricht

Zu beobachten gewesen sei zudem, dass die Lehrer immer besser auf die besondere Situation des Lehrens aus der Ferne eingestellt gewesen seien. „Während im ersten Lockdown noch viel improvisiert wurde, hat man gespürt, dass sich die Lehrer für den zweiten Lockdown intensiv vorbereitet hatten.“ Am Ende habe die Mischung aus echten Online-Veranstaltungen und den Nachrichten mit Aufgaben und Hinweisen zur Recherche gut zueinander gepasst.

In den vergangenen Wochen war sogar darüber diskutiert worden, die Abiturprüfungen in Deutschland in diesem Jahr ganz ausfallen zu lassen. Dieser Vorschlag ist aber längst vom Tisch, und nach dem letzten Schultag für die Abiturienten in Sachsen-Anhalt laufen dieser Tage die Prüfungen in den verschiedenen Fächern.