Party

Magdeburg feiert Riverside

Sechs Lokale sorgten 2020 in Magdeburg für Programm bei der „Riverside“. Die Musik spielte zwischen Sülze- und Wissenschaftshafen.

Magdeburg l Sechs Magdeburger Wirte haben es gewagt: Sie haben Magdeburg am 1. August 2020 mit der „Riverside at Night“ ein Stück des gewohnten Veranstaltungslebens zurückgegeben. Entlang der Elbe boten sie Programm.

Grob geschätzt rund 5000 Menschen aus Magdeburg und den benachbarten Gemeinden ließen sich an diesem Abend mit dem Programm an den Fluss locken. Ohne Zweifel hatten viele von ihnen in den vergangenen Monaten Termine wie diesen vermisst, als das Veranstaltungsleben in Magdeburg wie andernorts nahezu zum Erliegen gekommen war.

Im Treibgut am Wissenschaftshafen spielte zunächst die Band „Zeitlos“ Coversongs und sorgte für Stimmung. Später kam dann die Danny-Priebe-Band auf die Bühne – mit eigenen Songs, ebenfalls einigen Covers und viel Humor.

Weiter südlich das Programm in der Strandbar. DJ Alex Ninow legte hier auf, und die Besucher auf den Klappstühlen im Sandstrand genossen den Abend ebenso wie die in den Loungebereichen des Geländes am Petriförder.

Drei Lokalitäten waren auf der Ostseite der Sternbrücke am Eingang zum Stadtpark mit von der Partie. Fürs „Le Frog“ waren Beats im Biergarten angekündigt, und in der „Montego Beach Bar“ war eine „Black Night“ angesagt. Vor dem Blüthnersaal der Magdeburger Stadthalle präsentierte zunächst Lena Engemann ihre Songs, bevor Partymusik aus dem Mischpult des DJs für Stimmung sorgte.

Für Stimmung sorgte auch der Mückenwirt als südlicher Anker der musikalischen Kneipen-Fluss-Meile dieses Jahres. Hier spielte sich die Magdeburger Band „Ventura Fox“ durch verschiedene Musikgenres und erfüllte auch eine Reihe von Publikumswünschen.

Im Jahr 2020 war dennoch nicht alles wie gewohnt. Denn nach wie vor hat das Coronavirus das Land im Griff. Und daher hatten die Veranstalter auf Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen zu achten. Neben Hinweistafeln wurden in unterschiedlicher Weise und mit unterschiedlichem Erfolg die Kontaktdaten der Besucher gesammelt, um Corona-Infektionsketten nachverfolgen zu können. An mehreren Stellen sorgten auch Zäune und Einbahnstraßen vor den Schankständen für Abstand zwischen den Menschen. Ob diese Vorsichtsmaßnahmen ausreichend waren, werden die kommenden Wochen zeigen.

Und noch etwas war anders als in den vergangenen Jahren: Anders als sonst gab es kein Shuttle per Boot. Hier wäre der Aufwand, Abstände einzuhalten, zu hoch gewesen und hätte die Kosten für die Veranstalter, die ihr Programm den Gästen traditionell kostenfrei offerieren, erheblich in die Höhe getrieben. Der Verzicht auf die abendliche Bootsfahrt jedenfalls störte die Besucher offenbar nicht, sie kamen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto.

Die Magdeburger „Riverside at Night“ des Jahres 2020 wird auch für den Zusatz „light“ in Erinnerung bleiben. Denn nicht allein die Bootsfahrten fielen aus. Auch waren in diesem Jahr weniger Wirte mit von der Partie.

Das bedauert unter anderem Mückenwirt Uli Bittner. Er sagte gegenüber der Magdeburger Volksstimme: „Wenn nicht sechs, sondern zwölf Veranstalter mit dabei sind, wird ein solcher Abend noch viel mehr dem Anspruch gerecht, für jeden Geschmack etwas zu bieten und auch einmal zwischen den einzelnen Lokalitäten zu wechseln.“

Er selbst ist mit dem Abend zufrieden und sagt: „Das war ein erster Versuch, eine Tradition wie diese auch unter erschwerten Bedingungen weiterzuleben.“ Erschwerte Bedingungen – das bedeute beim Mückenwirt beispielsweise, dass die Biertische weiter als gewohnt voneinander entfernt aufgestellt waren und dass auch hier Zäune für Abstände sorgten.

Wie es weitergeht, vermochte Uli Bittner derweil nicht einzuschätzen: „Wir wissen ja nicht, wie es mit der Corona-Krise weitergeht.“ Die Mückenwiesn hatte er im vergangenen Monat vorsorglich abgesagt, die Künstler gleich fürs nächste Jahr gebucht.