Wohnungsbau

Bauantrag eingereicht: Magdeburger Genossenschaft baut neues Wohnhaus am Neustädter See

In Magdeburg am Neustädter See wird ein neues Wohn- und Geschäftshaus gebaut. Die MWG-Genossenschaft will damit ein Zeichen für die Zukunft des Stadtteils setzen. 55 Wohnungen sollen entstehen.

Von Stefan Harter

Magdeburg

„Nord ist das Rückgrat unserer Genossenschaft“, sagt Thomas Fischbeck, Vorstandssprecher der Magdeburger Wohnungsbaugenossenschaft MWG, über das Wohngebiet im Norden der Stadt. Mit über 3000 Wohnungen im Kannenstieg und am Neustädter See sei dort ein Drittel des Gesamtbestandes im Stadtgebiet zu finden. Und es sollen weitere dazukommen.

Wie bereits im vergangenen Jahr angekündigt, plant die MWG an der Victor-Jara-Straße/Ecke Klosterwuhne ein neues Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Die Planungen sind so weit fortgeschritten, dass mittlerweile der Bauantrag eingereicht werden konnte. Auf sieben Etagen sollen 55 Wohnungen entstehen.

Kleine Wohnungen gefragt

„Wir werden dabei neben größeren Einheiten erstmals auch Mikroappartements mit einer Größe von 46 Quadratmeter anbieten“, erklärt Thomas Fischbeck. „Wir glauben, dass die Nachfrage nach solch kleinen Wohnungen besteht.“ Nicht nur Senioren, sondern auch jüngere Alleinlebende wären die Zielgruppe. Die Mietpreise sollen sich am Niveau im Stadtteil orientieren und teilweise unter acht Euro liegen. Die reinen Baukosten werden von ihm mit knapp acht Millionen Euro beziffert.

Im Erdgeschoss wird zudem die Geschäftsstelle Nord der Genossenschaft einziehen, die derzeit noch ganz in der Nähe in relativ beengten Verhältnissen untergebracht ist. Leiter Torsten Wiemann ist mit seinen acht Mitarbeitern für gut 4200 Wohnungen im Norden der Stadt und ihre Mieter verantwortlich.

Nachbarschaftstreff bleibt

„Außerdem denken wir über eine Kooperation mit der Wobau nach, um eine gemeinsame Anlaufstelle für Mieter anzubieten“, sagt der MWG-Vorstand. Der Nachbarschaftstreff in Kooperation mit der Volkssolidarität werde aber auch künftig im Kranichhaus am Schrotebogen zu finden sein.

Nach Angaben des Vorstandssprecher ist mit einem Baubeginn Anfang 2023 und einer Bauzeit von gut zwei Jahren zu rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die ersten Mieter 2025 einziehen können,“ sagt er.

Zeichen für die Zukunft

„Wir wollen den Neubau als Zeichen verstanden wissen, dass wir an die Zukunft des Stadtteils glauben“, erklärt Thomas Fischbeck weiter. Aktuell werde das Wohngebiet eher stiefmütterlich behandelt, weshalb er sich für eine Quartiervereinbarung einsetze, wie es sie beispielsweise für Olvenstedt oder Friedenshöhe in der Vergangenheit gab. So gebe es erste Konzepte für die Brachflächen am Schrotebogen, die gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt und der Wobau erstellt wurden.

Bislang gibt es zu einem großen Teil lediglich die Standardwohnungen im typischen Platenbaustil der DDR. Um den Neustädter See aber auch für andere Mieter attraktiver werden zu lassen, seien andere Wohnformen notwendig, ist sich Fischbeck sicher. Vom Einfamilienhaus über Reihenhäuser bis zum kleineren Mehrgeschosser sei alles denkbar. „In Olvenstedt wird das bereits gut umgesetzt“, findet er.

Ideen für Schrotebogen

Jens Schneider, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft „Die Stadtfelder“, begrüßt solche Überlegungen. Zwei Eingänge im Schrotebogen gehören zu ihnen. „Das wäre ein klares Votum für einen attraktiveren Stadtteil“, sagt er zu der Idee.

Karin Grasse, Vorständin der Wohnungsbaugenossenschaft „Otto von Guericke“, verweist darauf, dass deren Bestände im Viertel größtenteils saniert sind. „In diesem Jahr machen wir noch die Südseite der Salvador-Allende-Straße 6 bis 10 neu“, sagt sie. Um die Attraktivität zu erhöhen, arbeite man mit Änderungen von Grundrissen oder Zusammenlegung von Einheiten um größere Wohnungen zu schaffen.

Das Nachbargrundstück neben dem geplanten MWG-Neubau gehört zur Guericke-Genossenschaft. „Für die kommenden Jahre gibt es dafür keine Pläne. Wir werden es als Bienenweide ökologisch nutzen“, sagt Karin Grasse.