Sammlung

Magdeburger Gymnasium gibt alte Schreibmaschinen gegen Spenden ab

Das Siemensgymnasium in Magdeburg trennt sich von seiner Schreibmaschinensammlung. Die guten Stücke werden gegen Spenden abgegeben. Mit dem Geld wird eine Digital-Werkstatt eingerichtet.

Von Stefan Harter
Das Magdeburger Siemensgymnasium gibt seine Schreibmaschinensammlung gegen Spenden ab.
Das Magdeburger Siemensgymnasium gibt seine Schreibmaschinensammlung gegen Spenden ab. Foto: Uli Lücke

Magdeburg - Woher die Sammlung stammt, weiß heute eigentlich keiner mehr so genau. Eine ältere Frau habe das gute Dutzend historischer Schreibmaschinen vor etlichen Jahren dem Werner-von-Siemens-Gymnasium zur Verfügung gestellt, weiß Lehrerin Melanie Sutter nur. Ihr Mann habe sie gesammelt und war dann verstorben.

Nachdem sie lange Zeit in Vitrinen in der Schulbibliothek ausgestellt worden waren, fristen sie mittlerweile ihr Dasein unter einer Plane auf dem Dachboden. „Sie nahmen unheimlich viel Platz weg. Und den brauchten wir aber“, sagt die Deutschlehrerin. In den Bibliotheksräumen soll eine Digital-Werkstatt eingerichtet werden. Andere Räume gibt es nicht, eine Ausstellung in den Fluren sei aus Gründen des Brandschutzes nicht möglich.

Alle Modelle auf Schulwebseite

Schweren Herzens habe man sich deshalb nun dazu entschieden, die alten Schreibgeräte gegen eine Spende in „liebevolle Hände“ abzugeben, wie sie erzählt. So soll noch etwas Geld für die Einrichtung der neuen „Lern(t)räume“ zusammenkommen. „Wir trennen uns von der Geschichte, um die Zukunft zu gestalten“, formuliert es Melanie Sutter positiv.

Auf der Schulwebseite werden alle vierzehn Modelle einzeln vorgestellt – von der Reiseschreibmaschine Erika samt Transportkiste bis zur historischen Continental, die wohl zwischen 1910 und 1915 gebaut wurde und damit die älteste Schreibmaschine aus der Sammlung ist. Zu jedem Gerät gibt es einige Eckdaten, wie das jeweilige Baujahr. Einen echten Schatz vermuten die Siemensianer nicht unter ihrem Bestand. „Wir haben natürlich ein wenig recherchiert“, sagt Melanie Sutter. Aber für den ein oder anderen Liebhaber alter Technik ist sicher etwas dabei. Wer Interesse hat, kann sich einfach bei der Schule melden oder direkt auf der Schulwebseite ein Spendengebot abgeben.

Digital-Ausbildung von Lehrpersonal

Wer keine Schreibmaschine erwerben will, aber dennoch das Projekt Digital-Werkstatt unterstützen will, kann dem Schulförderverein auch direkt eine Spende übergeben. Am Siemensgymnasium gibt bereits eine Holz- und eine Elektronikwerkstatt. „Alle sprechen über Digitalisierung“, sagt Melanie Sutter. Dabei gehe es aber nur um die Ausstattung mit Geräten. „Wir wollen Digitalität, also mit den Geräten auch tatsächlich den Unterricht bereichern.“ 4000 Euro sind für das Projekt bereits zusammengekommen, die Schreibmaschinen sollen die Summe nun erhöhen.

Als eine von landesweit 17 Schulen soll das Gymnasium in Alte Neustadt im „Lindius“-Netzwerk verstärkt bei der digitalen Weiterbildung von Lehrpersonal aktiv werden. Auch hierzu soll die Digital-Werkstatt genutzt werden.