Nachpflanzung

Magdeburger können Baumverluste melden

50.000 Euro stehen für Nachpflanzungen für käfergeschädigte Bäume in Magdeburg-Rothensee zur Verfügung. Bürger können Verluste melden.

Von Stefan Harter

Magdeburg l Seit Anfang der Woche liegen die Vordrucke aus. Eigentümer, deren Grundstücke innerhalb der drei bisherigen Fällzonen im Ortskern des Magdeburger Stadtteiles Rothensee liegen und die Baumverluste hinnehmen mussten, können sich darin eintragen. „Es geht zunächst darum, den tatsächlichen Bedarf zu erfassen“, erklärt Wolfgang Ortlepp, Sprecher der IG Rothenseer Bürger. Diese arbeitet dafür mit der für den Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer (ALB) zuständigen Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) und der Stadtverwaltung zusammen.

Hintergrund ist der vielfache Kahlschlag im Nordosten Rothensees, seitdem im August 2014 der gefräßige Schädling aus Fernost festgestellt worden war. Um die Fundorte herum müssen laut EU-Verordnung im Radius von 100 Metern vorsorglich alle Wirtsbäume gefällt werden. Bis zu 20 Privateigentümer sind davon bislang betroffen gewesen. „Wir haben Druck gemacht, damit für sie etwas getan wird. Es kann nicht sein, dass immer nur abgeholzt wird“, erklärt der IG-Sprecher weiter.

Die Stadt selbst hat zwar Geld zur Verfügung gestellt, davon werden aber öffentliche Flächen im Stadtteil mit käferresistenten Pflanzen begrünt. Die Privateigentümer blieben bislang auf ihren baumlosen Grundstücken sitzen.

Auf Antrag der SPD-Fraktion wurden deshalb in den diesjährigen Stadthaushalt 50.000 Euro eingestellt, die für Nachpflanzungen auf diesen Grundstücken genutzt werden sollen. Die Eigentümer sollen aber kein Geld ausgezahlt bekommen. Stattdessen werden ihnen neue Pflanzen an die Haustür geliefert. „Auf Wunsch werden die Eigentümer auch von Fachleuten der Hochschule Bernburg beraten, welche Bäume oder Gehölze sich für Nachpflanzungen eignen“, beschreibt Wolfgang Ortlepp weiter. Zuvor wird mit der LLG abgestimmt, ob die Angaben zu den Fällungen stimmen.

Ebenfalls angegeben werden soll, wer Baumstümpfe loswerden will. Die Fällung und Entsorgung der Bäume wurde zwar vom Land übernommen. Die Stümpfe blieben jedoch in der Erde. Weil deren Entfernung teuer ist, gibt es nun Überlegungen, gemeinschaftlich eine Fräse zu mieten, die dann „in einem Rutsch“ auf mehreren Grundstücken genutzt werden kann, um sich die Kosten zu teilen, sagt der IG-Sprecher. Um zu klären, ob der Bedarf und der Wunsch dafür da ist, sollen die Vordrucke ausgefüllt werden.

Diese liegen in der Apotheke Rothensee, in der Arztpraxis Heinisch, im Lottostübchen, im Getränkemarkt sowie in der Filiale der Stadtsparkasse aus. Einen Anmeldeschluss gibt es nicht.