Magdeburg l Bunt eingerichtet ist das Büro der zwei Polizeihauptmeister (PHM) in der Halberstädter Straße 39 in Magdeburg. Von ihrem Büro aus können Birgit Jöddicke und Günther Mielke direkt auf eine der meistbefahrenen Straßen Magdeburgs blicken. „Aber nicht nur gefahren wird hier, sondern auch viel geparkt“, erklärt Birgit Jöddicke und zwinkert.

Seit drei Jahren arbeitet sie nun als Regionalbereichsbeamter (RBB) im Bereich Ottersleben/ Sudenburg und kennt die Gewohnheiten der Autofahrer in Magdeburg. „Eigentlich ist die Halber der größte Parkplatz der Landeshauptstadt. Viele parken hier gern wie und wo sie wollen.“ Vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden sei es besonders schlimm. Dann parke fast jeder dort, wo gerade ein freies Plätzchen sei. „Besonders begehrt sind die Fußwege vor den Banken“, ergänzt Günther Mielke.

Kein Verständnis für Falschparker

Er macht den Job bereits seit 15 Jahren – anfangs noch als Kontaktbereichsbeamter in Ottersleben. „Ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass die Leute nicht mal ein paar Meter mehr laufen können.“ Entsprechend hoch sei auch die Rate an Verkehrsvergehen, die die beiden aufschreiben würden. Natürlich drücke man auch mal ein Auge zu, gerade wenn ältere Menschen zum Arzt gebracht würden. „Prinzipiell hat sich die Situation gerade in Sudenburg sehr verbessert“, ergänzt der Polizeihauptmeister.

So sei es relativ selten geworden, dass in der Heidestraße noch in zweiter Reihe geparkt werde. Aber nicht nur ein Augenmerk auf die motorisierten Verkehrssünder habe man, sondern auch auf die, die mit dem Rad unterwegs seien. „Viele Radfahrer fahren gerne auf der falschen Seite der Halberstädter die Fußwege entlang. Dagegen gehen wir natürlich vor, wenn wir so etwas bei unseren Fußstreifen beobachten“, erzählt Jöddicke weiter.

Fußstreifen machen Job interessant

Die Fußstreifen seien es auch, die den Job besonders interessant machen würden. „Viele Leute freuen sich immer, wenn sie uns sehen“, erzählt sie weiter. Bei keiner anderen Stelle innerhalb des Polizeidienstes komme man mit so vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch.

„So bekommen wir auch des Öfteren mal Hinweise, die uns sonst wahrscheinlich unter das Radar fallen würden.“ Bei so einer normalen Fußstreife kämen am Tag gut und gerne einmal vier bis fünf Kilometer zusammen. Mielke ergänzt: „Wenn das Wetter natürlich mitspielt, dann sind wir auch mal durchaus länger zu Fuß unterwegs.“ Ein Plausch mit dem ein oder anderen Gewerbetreibenden runde den Job dann auch noch ab. „Im Prinzip können wir uns nichts Schöneres vorstellen“, sind sich die beiden Polizisten einig.

Beratung in Sachen Einbruchsschutz

Doch nicht alleine die Jagd nach Verkehrssündern und die alltäglichen Fußstreifen machen den Job von Jöddicke und Mielke aus, auch andere Aufgaben stehen auf der Agenda. „Einer der wichtigsten Punkte ist natürlich die Prävention vor Ort“, so Mielke weiter. Zum Beispiel komme man nach Einbrüchen, wenn das vom Geschädigten gewünscht ist, zum Einsatz und berate in Sachen Einbruchsschutz.

Neben dieser Prävention kommen auch die Jüngsten in den beiden Stadtteilen nicht zu kurz. Regelmäßig besuchen die beiden die Kitas und die Schulen. „Die einen Einrichtungen stehen mit uns regelmäßig in Kontakt, die anderen weniger.“

Kinder erkennen Polizisten wieder

Im Prinzip sei es aber eine sehr gute Zusammenarbeit. „Das größte Lob für die getane Arbeit ist es dann, wenn uns die Kinder auf der Straße wieder erkennen und uns ansprechen“, freut er sich. Man betreibe natürlich auch Prävention und Öffentlichkeitsarbeit in anderen öffentlichen Einrichtungen oder bei Vereinen. So zum Beispiel bei den Gemeinwesenarbeitsgruppen.

Wenn Birgit Jöddicke und Günther Mielke auf ihren Bereich schauen, dann fällt ihnen vor allem eins auf. „Ottersleben und Sudenburg könnten gar nicht unterschiedlicher sein. Das ist wie Feuer und Wasser.“ Ottersleben sei eher der gemütliche, fast schon ländliche Stadtteil, während Sudenburg die typische Hektik und Vielfalt einer Großstadt mit sich bringe. „Man kann schon sagen, dass hier kein Tag wie der andere ist“, sagt die Regionalbereichsbeamtin abschließend.

Bürger nehmen Sprechstunde kaum an

Das Einzige, was in ihrem Bereich nicht so richtig funktioniere, seien die Bürgersprechstunden in den Räumen an der Halberstädter Straße. „Das Angebot wird nicht so wirklich wahrgenommen, aber dafür rufen uns die Bürger gerne an.“ Falls beide mal nicht erreichbar sein sollten, dann rufen sie sofort zurück, wenn sie wieder im Büro sind. „Uns ist wichtig, dass die Leute wissen, dass wir für sie da sind. Zur Not nehmen wir uns die Zeit.“