Bürger reden mit

Magdeburger Verkehrsachse wird neu gestaltet

Seit Beginn des Trassenbaus in Buckau ist der Schanzenweg in Magdeburg eine Umleitungsstrecke. Beim Bau einer Grundschule soll die Straße umgestaltet werden.

Von Marco Papritz 13.07.2021, 00:15
Beim Starkregen Ende Mai kam es im Schanzenweg in Magdeburg unterhalb der Bahnbrücken zu einer Überflutung. In der Regel ist dieser Bereich nach solch einem Wetterereignis nicht passierbar.
Beim Starkregen Ende Mai kam es im Schanzenweg in Magdeburg unterhalb der Bahnbrücken zu einer Überflutung. In der Regel ist dieser Bereich nach solch einem Wetterereignis nicht passierbar. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Die neue Grundschule soll im Bereich des Sportplatzes entstehen, der vom Fermersleber SV 1895 (dessen Gelände wird aktuell umfangreich saniert) genutzt wird. Dies ist vom Stadtrat bereits beschlossen worden. Der nötige Bebauungsplan wird gegenwärtig von der Stadtverwaltung erarbeitet. Mit dem Neubau entstehen neue Verkehrsanlagen im Bereich vom Schanzenweg, der von Lehrern, Kindern und Eltern als Schulweg genutzt wird. Um die Bevölkerung bei der Planung der Verkehrsanlagen mit einzubeziehen, sind Hinweise erbeten, wie die Verwaltung in einer Mitteilung wissen lässt. Das Ziel sei, „bereits im Laufe des Planungsprozesses Meinungen, Anregungen und Vorschläge der Bürger zu sammeln, um frühzeitig Stolpersteine bei der Umsetzung der Pläne erkennen zu können“.

Viel Kritik an der Straße

Hintergrund: Die Stadt hat einen Auftrag zur Planung der Umgestaltung im Bereich Schanzenweg und Hettstedter Straße vergeben. Es wurden Varianten für Straßen erarbeitet, „die allen Verkehrsarten gerecht werden sollten und auch die Klimaschutzziele beachten“.

Beschwerden über den Schanzenweg wurden an die Verwaltung adressiert: Der Gehweg sei zu schmal, Radwege nicht vorhanden und im Anschluss zur Schilfbreite fehlten Überwege für Fußgänger. Die wurden zunächst provisorisch auf der Fahrbahn aufgebracht. „Eine grundlegende Überplanung ist, auch aufgrund der geänderten Ansprüche an den Straßenraum, dennoch erforderlich.“

Bis zum 9. August können die bisherigen Planungen über die Internetseite der Stadt eingesehen werden. Per E-Mail an stadtplanungsamt@magdeburg.de besteht die Möglichkeit, Hinweise und Ideen zu übermitteln. „Alle Hinweise werden gemeinsam mit den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange in die Beurteilung und Abwägung zwischen den Varianten einfließen“, heißt es weiter. Abschließend werde eine Vorzugsvariante erarbeitet und dem Stadtrat zur Bestätigung vorgelegt.

Drei Varianten sind bereits erarbeitet worden

Der Vorplanung liegen laut der Verwaltung drei unterschiedliche Varianten für die Straßengestaltung des Schanzenweges sowie eine Variante für die Hettstedter Straße vor. Die Radwege sollen demnach entweder als beidseitiger Radweg, als Radfahrstreifen oder als einseitiger Zweirichtungsradweg gestaltet werden. Und: Berücksichtigt wurde zudem eine „ausreichende Fahrbahnbreite für den Kfz-Verkehr“. Ein Gehweg ist in allen Varianten auf beiden Straßenseiten vorgesehen.

Neu sind Baumstreifen, die weiteren Raum einnehmen sollen. Sie dienen zur Aufnahme von Wasser. Und mit ihrem Schatten auf den befestigten Flächen sollen sie für ein ausgeglichenes Mikroklima sorgen, so der Gedanke dahinter. Erforderlich werden sie auch wegen eines altbekannten Problems in diesem Bereich: Die Kanalisation kann bei Starkregen wie jüngst Ende Mai und im Juni das Regenwasser nicht abführen. Der Tiefpunkt befindet sich unterhalb der Brückenanlagen der Deutschen Bahn, der sich mit Regen füllt. Teilweise so sehr, dass eine Durchfahrt mit Fahrzeugen nicht möglich ist. Die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) suchen nach einer Möglichkeit, das Problem in den Griff zu bekommen, wie die Volksstimme in einer der vergangenen Ausgaben berichtete.

Unter den Bahnbrücken ist zu wenig Platz

Bei der Variantenplanung im Bereich der Bahnbrücken mussten aufgrund der Engstellen gesonderte Aufteilungen für den Straßenraum gefunden werden. Auch hierfür wurden mehrere mögliche Varianten untersucht. Bereits im Vorfeld soll ersichtlich geworden sein, „dass eine Herstellung von Fahrbahn, Rad- und Gehwegen innerhalb der vorhandenen Straßenraumbreite“ nicht möglich ist. Das beauftragte Büro erhielt laut Stadt daher auch die Aufgabe, unterschiedliche Trassenverläufe darzustellen.

Von der Neuordnung sind sowohl städtische Flächen südlich der Straße (im Bereich der Kleingartenanlage und des Sportvereins) als auch private Flächen nördlich der Straße betroffen.