Nachwuchs

Magdeburger Zoo meldet seltenen Zuchterfolg bei USA-Wappentier

Zuchterfolg für den Zoo Magdeburg. Die Weißkopfseeadler ziehen ein Küken auf. Nachwuchs außerhalb der freien Wildbahn ist selten. Der Adler ist zudem Wappentier der USA.

30.04.2021, 11:21 • Aktualisiert: 30.4.2021, 14:04
Über einen Monitor an der Volieren können besucher im Zoo Magdeburg in den Horst schauen.
Über einen Monitor an der Volieren können besucher im Zoo Magdeburg in den Horst schauen. Foto: Zoo Magdeburg

Magdeburg (vs). Wer in diesen Tagen an der Großen Flugvoliere im Zoo Magdeburg vorbeikommt, der wird mit einem außergewöhnlichen Blick in den Horst der Weißkopfseeadler belohnt.

Über einen Monitor direkt an der Großen Flugvoliere gibt es Einblicke in den Adlerhorst und dabei ist das am 8. April 2021 geschlüpfte Adlerküken zu entdecken. Besucher können die natürliche Aufzucht dieses flauschigen Adlerkükens ganz nah beobachten. Das Adlerpärchen „Bill“ und „Lucky“ hat trotz des kalten Februars sehr zeitig begonnen seinen Horst weiter auszugestalten mit neuen Zweigen, teilte der Zoo weiter mit. Der Horst eines Weißkopfseeadlers gehöre zu den größten Nestern der Vogelwelt mit einem erreichbaren Durchmesser von bis zu 3,50 Meter und einem Gewicht von 450 Kilogramm.

Gelege mit bis zu drei Eiern

Das monogam lebende Pärchen sei sehr erfahren in der Aufzucht seiner Nachkommen und lebe seit über zwei Jahrzehnten im Zoo Magdeburg, hieß es weiter. Die Gelege können demnach ein bis drei Eier umfassen, die rund fünf Wochen lang ausgebrütet werden. Weitere zehn bis elf Wochen später seien die Jungadler flügge. Zoosprecherin Regina Jembere: „Bis der Jungvogel aber den typischen weißen Kopf wie seine beiden Eltern bekommt, vergehen noch etwa drei bis vier Jahre. Natürlich verteidigt das Adlerpärchen seinen Nachwuchs vehement. Zootierpfleger, die regelmäßig die Flugvoliere reinigen, dulden die Weißkopfseeadler derzeit nicht.“

Verbreitung in Nordamerika

Weißkopfseeadler seien über den gesamten Nordamerikanischen Bereich von der Westspitze Alaskas bis an die Südspitze Floridas verbreitet. Ab dem 19. Jahrhundert seien Weißkopfseeadler durch den massenhaften Abschuss und Wilderei selten geworden, hieß es weiter. Jembere: „Kurz vor der Ausrottung standen die Bestände in den 1960er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch das Insektizid Dichlordiphenyltrichloraethan (DDT).

Durch die verschiedenen Glieder der Nahrungskette hatte sich das DDT angereichert und vor allem bei Greifvögeln in den Industrieländern zu massiven Bestandseinbrüchen geführt.“ Durch das Verbot von DDT und gezielten Schutzmaßnahmen für den Weißkopfseeadler habe dieser König der Lüfte vor der Ausrottung bewahrt werden können, hieß es weiter. Inzwischen hätten sich die Bestände soweit wieder erholt, dass die Art als nicht gefährdet eingestuft wird.