Magdeburg (ag) l Der Landeshauptstadt Magdeburg liegt jetzt ein Gutachten zur baudynamischen Untersuchung für die MDCC-Arena vor. Die Ingenieurbüro Baudynamik GmbH hatte am 5. November umfangreiche Messungen anlässlich des Heimspiels des 1. FC Magdeburg gegen den FC Hansa Rostock durchgeführt. In einer ersten Auswertung am 22. November wurde von den Gutachtern bereits darauf hingewiesen, dass die beim rhythmischen Hüpfen gemessenen Werte gezeigt haben, dass bei einem unveränderten Fan-Verhalten die Gefahr von Personen- und Tragwerksschäden besteht.

Diese Situation ist nunmehr durch weitere computersimulierte Berechnungen bestätigt worden. Das heißt, dass bis zu einer beendeten Ertüchtigung des Tragwerks die Verhaltenseinschränkungen (Unterlassung des Hüpfens) beizubehalten sind.

Stadtrat entscheidet, ob und wie saniert wird

Die Landeshauptstadt Magdeburg kündigte am Freitag an, nun eine bautechnische Planung zu veranlassen, die die Machbarkeit von zwei grundsätzlichen Lösungsansätzen zur Verstärkung des Tragwerks untersucht sowie eine Kostenschätzung erstellt und einen möglichen Realisierungszeitraum darstellt. Die Entscheidung, ob und in welchem Umfang das Stadion saniert wird, liegt dann beim Stadtrat.

In einer Erklärung der Stadt heißt es zudem, dass Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper bei seinem Versprechen bleibe, den Vertretern der Vereinsspitze und des Fanrates im Januar 2017 das Gutachten zu erläutern. Er setze weiterhin auf die Kooperation der Anhänger des 1. FC Magdeburgs alles zu unterlassen, was die Standfestigkeit des Stadions gefährdet und bis zum Abschluss einer nötigen Ertüchtigung auf das rhythmische Hüpfen zu verzichten.

Das Gutachten wurde von Prof. Dr.-Ing. Dieter Heiland und Dr.-Ing. Michael Mistler von der Ingenieurbüro Baudynamik GmbH erstellt. Sie waren im Juli dieses Jahres von der Landeshauptstadt damit beauftragt worden.

Zum Hintergrund des Hüpfverbots

Im Sommer 2016 hatte es ein erstes Treffen mit 1. FC Magdeburg, Fanrat, MVGM und der Stadt gegeben. Dabei wurden erste Messergebnisse diskutiert, die zeigten, dass sich durch das rhythmische Hüpfen der Magdeburger Fußballfans die Standzeit des Stadions verringere. Daraufhin gab der Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement ein Gutachten in Auftrag, das darstellen soll, wie hoch die Schwingungen der Tribünen sind, um belegbare Daten für das weitere Vorgehen in Richtung einer Ertüchtigung zu erhalten, erklärte die Stadt am Freitag.

Die noch vor dem fertiggestellten Gutachten veröffentlichten Zahlen zeigten, dass sowohl Panikausbrüche durch stürzende Stadionbesucher als auch das Lösen eines einzelnen Fertigteils nicht mehr ausgeschlossen werden können, wenn die Zuschauer anhaltend rhythmisch hüpfen. Solange das weitere bauliche Vorgehen noch nicht feststeht, könne nur durch Verhaltensänderungen der Stadionbesucher eine temporäre Entlastung der Tribünen erreicht werden.