Magdeburg l Wäre es allein nach dem Jubel des Publikums gegangen, wäre der 19-jährigen Halbkubanerin die Titelkrone sicher gewesen. Doch die Jury des Miss-Intercontinental-2015-Wettbewerbs hatte anscheinend keine Ohren dafür und auch keine Augen für Mailin: Sie schied bereits vor dem Halbfinale aus.

Davor mussten sich sie und ihre 61 Mitbewerberinnen aus aller Welt in Nationalkostümen, Abendgarderobe und im Bikini zeigen. Mit dabei waren imposante Kreationen mit Papageien auf Flügeln, knappe Indianeroutfits (USA) und langstielige Tulpen im Haar – natürlich bei Miss Niederlande.

Dann war für die meisten bereits Schluss, nur 17 durften ins Halbfinale weiter. Nach einer weiteren Runde auf dem Laufsteg im Hotelsaal blieb schließlich von jedem Kontinent nur noch eine Miss übrig. Für Europa zog die Russin Valentina Rasulova ins Finale ein. Nordamerika vertrat Brianne Bailey aus den USA, Miss Venezuela Katherine Garcia durfte für Südamerika ins Rennen gehen. Das Quintett komplett machten Christi Lynn McGarry von den Philippinen für Asien sowie Bongani Hunda aus Simbabwe für den afrikanischen Kontinent.

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Kurze Fragerunde

Sie mussten sich in einer Fragerunde mit Moderator Patrick Urban exakt einer Frage stellen, die sie aus einem von fünf Umschlägen auswählten. Für einen kurzen Moment wurde es abseits von Stöckelschuhen und Schminke richtiggehend tiefsinnig und selbstreflektierend. Welche Relevanz Schönheitswettbewerbe für die Gesellschaft haben, sollte Miss Philippinen erklären. Sie zeigen die Schönheit einer Frau, antwortete sie unter anderem. Bongani Hunda wurde auf die Frage nach den Hindernissen für Frauen politisch. Bildung sei das Wichtigste, „gebildete Frauen sind das, was die Welt will“, sagte sie in perfektem Englisch. Das fehlte bei Miss Russland offensichtlich komplett. Sie antwortete einfach in ihrer Muttersprache und hatte Glück, dass eine Übersetzerin in der Nähe war.

Ihren Chancen tat das offenbar keinen Abbruch. Die Jury, zu der u. a. die Boxer Robert Stieglitz und Dominic Bösel sowie die Siegerinnen der beiden Vorjahre Patraporn Wang sowie Ekatherina Plekhova (ebenfalls Russland) gehörten, fand Gefallen am spröden Charme und verlieh ihr das teure Siegerinnenkrönchen.

Die Sympathien bei den ausgeschiedenen Bewerberinnen hinter den Kulissen lagen hörbar mehr bei den USA und Philippinnen. Neben einem Preisgeld von 33 000 Euro kann sich die 24-Jährige über einen Vertrag mit der ausrichtenden „World Beauty Organization“ (WBO) freuen.