Magdeburg l Ladestationen für Elektrofahrräder und Elektroautos auf den Parkplätzen der Stadt: Das fordern die Stadträte der Fraktion Bündnis90/Die Grünen. Mit dem Bundesprogramm Ladeinfrastruktur soll das Ganze gefördert werden. Geht es nach den Grünen sollen die Elektro-Ladesäulen demnächst sowohl in der Innenstadt als auch im gesamten Stadtgebiet aufgebaut werden – insbesondere dort, wo viele Menschen wohnen und arbeiten.

Als Beispiele dafür führen die Kommunalpolitiker das Unigelände, den Wissenschaftshafen und ausgewählte Wohngebiete an. Die Parkplätze sollen gesondert gekennzeichnet werden und nur elektrisch betriebenen Fahrzeugen zum Aufladen vorbehalten sein, so der Antrag der Grünen.

In einer aktuellen Stellungnahme positionierte sich die Magdeburger Stadtverwaltung zur Forderung der Grünen. Mit dem Ergebnis: Die Stadt wird nicht als Betreiberin von Ladestationen auftreten. Rechtlich dürfe die Stadt kein Stromanbieter sein. Das machte Baubeigeordneter Dieter Scheidemann bereits deutlich. Er erklärt: „In einem der ersten Schritte ist ein Stromversorger zu finden, der sich für dieses Geschäftsfeld ernsthaft interessiert und bereiterklärt, im Gebiet der Landeshauptstadt Magdeburg den Betrieb von Ladesäulen und Vertrieb von elektrischer Energie für Ladevorgänge großmaßstäblich durchzuführen.“

Erst Standorte finden

Bevor dann Anträge auf Fördermittel gestellt werden könnten, müssten zunächst geeignete Standorte gefunden werden. Die Stadt hat zwar bereits begonnen, ein Standortkonzept für solche Elektro-Ladesäulen zu erarbeiten. Allerdings: Ergebnisse werden nicht vor dem Jahr 2019 vorliegen. So lautet die Einschätzung des Baubeigeordneten in der aktuellen Stellungnahme.

Dieter Scheidemann verweist aber auch auf einen Energieversorger, der bereits konkrete Pläne für Magdeburg hat. Und zwar seien noch im Jahr 2018 drei Standorte geplant: Im Bereich der Ambrosiuskirche in Sudenburg und im Umfeld des Eiscafés Bordscheller in Buckau sollen neue Ladestationen entstehen. Die Station auf der Ernst-Reuter-Allee in Höhe der Hardtstraße soll verbessert werden.

Darüber hinaus sollen weitere Standorte in Vorbereitung sein, darunter der Breite Weg und der Bereich der MDCC-Arena. Dass verantwortliche Energieunternehmen sei laut Stadt bereits dabei, Förderanträge vorzubereiten.

Vorrangige Verkehrsarten

Bei der Stadt macht man indessen deutlich, dass man sich offenbar nicht zu sehr auf E-Fahrzeuge versteifen will. Basis für die grundlegenden Maßnahmen der Stadt sei die Förderung der vorrangigen Verkehrsarten des sogenannten Umweltverbundes: Dazu zählen das Zufußgehen, das Radfahren sowie die Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs.

Dieter Scheidemann: „Die bewährten öffentlichen Verkehrsmittel Straßenbahn, Bus, Rufbus, Taxi, aber auch das Carsharing sowie der Mietwagenmarkt“ seien neben den „trendigen Mobilitätsformen“ bei der Förderung alternativer Mobilitätsformen miteinzubeziehen.