Magdeburg l Mit einem Antrag wollte die bündnisgrüne Stadtratsfraktion die Elektromobilität in Magdeburg voranbringen. Geprüft werden sollte, ob unter Nutzung des Bundesprogramms Ladeinfrastruktur ein entsprechendes Programm aufgelegt werden könne.

Es wäre darum gegangen, städtische Parkplätze mit Ladestationen für elektrisch betriebene Autos, Pedelecs und E-Bikes auszustatten. Und zwar an allen Stellen der Stadt Magdeburg, wo viele Menschen zusammenkommen. Grünen-Stadtrat Tom Assmann verwies auf die 23 Ladesäulen in Magdeburg. „Das ist nichts. Auch mit Blick auf das Landeskonzept. Da werden 135 gefordert.“

Keine Mehrheit im Stadtrat Magdeburg

Letztendlich konnte er mit seiner Argumentation keine Mehrheit im Stadtrat Magdeburg gewinnen, das Thema weiterzuverfolgen. Oberbürgermeister Lutz Trümper hatte auf die derzeitige Situation verwiesen: „Schauen Sie mal, wie die Ladesäulen genutzt werden. Das ist erschreckend.“ Zudem würden in Zusammenarbeit mit den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) ohnehin weitere Ladesäulen aufgebaut – dies aber je nach tatsächlichem Bedarf.

Offenbar hat sich mit Blick auf die Nutzung öffentlicher Ladesäulen die Elektromobilität in Magdeburg tatsächlich auf eine Kriechspur verabschiedet. Denn die Einschätzung der Magdeburger Stadtverwaltung wird auch von den SWM bestätigt, ohne Zahlen zu nennen. Gegenüber der Volksstimme sagte SWM-Sprecherin Cornelia Kolberg: „Wir haben einen deutlichen Rückgang an Nutzern zu verzeichnen, seitdem der Strom an den Ladesäulen kostenpflichtig ist.“ Zur Einführung hatte der Energieversorger die Energie kostenlos an die Fahrer von Elektroautos abgegeben.

Kaum Elektroautos in Magdeburg

Auch eine andere Zahl zeigt, dass die Elektromobilität in Magdeburg zumindest im Bereich der Autos noch kein Massenphänomen ist. Fast 118.000 Magdeburger waren zuletzt mit Benzin- und Dieselautos unterwegs. Nur 115 Fahrer hatten in der Landeshauptstadt ein Elektroauto angemeldet.