Magdeburg l Mit Blick auf die coronabedingten Einschränkungen und Maßnahmen wie Kurzarbeit herrscht beim Bildungsinstitut Nestor derzeit viel Betrieb. Auch wenn die Flure der Einrichtung ungewohnt leer sind und auch das Angebot zur Kinderbetreuung für Besucher in diesen Tagen nicht genutzt wird. „Besuche sind bei uns mit Blick auf die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zwar nicht möglich, die Kommunikation und der Austausch erfolgen per Telefon und online“, sagt Regionalleiterin Christin Prengel.

Dadurch, dass die Arbeit der 20 Mitarbeiter etwa bei Fachsprachencoachings auf den persönlichen Kontakt zu den Klienten fußt, stellt der Lockdown für sie eine Herausforderung dar. Etwa wenn es darum geht, weiterhin Geflüchteten Deutschkenntnisse zu vermitteln oder Mitarbeiter von Unternehmen fit für die Digitalisierung zu machen. So findet die morgendliche Begrüßung nun im virtuellen Klassenraum statt und Lehrmaterialien werden entweder direkt nach Hause verschickt oder werden im Online-Kursraum zur Verfügung gestellt.

Menschen aus persönlichen und beruflichen Krisen zu führen und zu motivieren, darum geht es beim Bildungsträger. Durch die Corona-Krise mehr denn je. Bei den Teilnehmern sei das Gefühl der Isolation spürbar, so Nadia Rouibi: „Der Draht zu uns ist der einzige nach außen, wenn man so will“, sagt sie mit Blick auf eine Teilnehmerin, die durch eine Weiterbildung im IT-Bereich den Weg zum Bildungsträger gefunden hat. „Vielen tut es einfach mal gut in dieser außergewöhnlichen Zeit, jemanden über das Smartphone bei einer Videokonferenz sehen zu können“, so Christin Prengel.

Die Sinne schärfen

Nestor arbeitet unter anderem mit dem Jobcenter sowie einem großen Lebensmittelhändler zusammen, das Portfolio umfasst unter anderem Aktivierungs- und Vermittlungsangebote sowie Angebote mit dem Ziel der Mitarbeitermotivation. „Dabei geht es darum, zu vermitteln, was einem Arbeit bedeutet, was Arbeit sein kann und dass man auch Spaß an der Arbeit hat, egal in welcher Position man tätig ist“, sagt Projektkoordinatorin Antje Abdin.

Auch wenn derzeit eigentlich der beste Zeitpunkt wäre, sich selbstständig zu motivieren, kommen viele selbstständig aus einer gewissen Corona-Depression nicht heraus. Dies hängt unter anderem mit der Ungewissheit zusammen, wie lange die Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen noch andauern und welche Folgen sie haben wird.

Mitarbeiter sind ausgebrannt

Themen wie Arbeitslosigkeit und Überarbeitung greift das Bildungsinstitut, das deutschlandweit an über 60 Standorten vertreten ist, bei sogenannten Sozialcoachings auf. Nicht selten seien Mitarbeiter, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet, regelrecht ausgebrannt (Stichwort Burnout).

„Die Gefahr besteht, dass die Corona-Krise dies zum Beispiel durch den Spagat vom Arbeiten im Homeoffice bei gleichzeitiger Kinderbetreuung daheim noch weiter steigert, etwa weil der Zeitraum so lang ist“, so Antje Abdin. Daher sei gerade in dieser Phase ein Gesundheitsmanagement wichtig. Dazu zählt übrigens so etwas vermeintlich Einfaches wie eine vitaminreiche Ernährung.