Magdeburg l Das Museum in der Otto-von-Guericke-Straße in Magdeburg ist prallvoll von Tierpräparaten und Präsentationen, mit denen das wissenschaftliche Denken und die Erkenntnisse von Charles Darwin sehr anschaulich erklärt werden können, sagt Museumsleiter Dr. Hans Pellmann.

Evolution, Artenvielfalt, Vererbung, Anpassung, Aussterben und Überleben – im Grunde ist das Naturkundemuseum ohne die Erkenntnisse und Theorien von Darwin kaum denkbar. „Wir haben die ersten drei Räume unserer Dauerausstellung dem Thema, Artenvielfalt im Zeichen der Evolution‘ gewidmet und entsprechend gestaltet“, sagt Dr. Pellmann.

Ausstellung zeigt ausgestorbene Tiere

Und durch diese Räume „weht der Geist von Charles Darwin“. Etwa im zweiten Raum. Dort sind Ausstellungsstücke zu sehen, die tierisches Leben zeigen, das im Laufe der Erdgeschichte ausgestorben ist, Fossilien, die zeigen, wo die Reise des Lebens auf unserem Planeten hingehen soll. Es wird gezeigt, wann die ersten Tiere aus dem Wasser an Land gegangen sind und warum andere im Laufe der Evolution wieder ausgestorben sind.

Im nächsten Raum sind dann viele Tierpräparate („ausgestopfte Tiere“) zu sehen. Zum Beispiel die Kolibris. „An ihren Schnäbeln kann man sehr gut erkennen, wie sich die einzelnen Arten der Kolibris an ihre Umwelt, also an ihre Nahrungsquelle, angepasst haben“, sagt Museumspressesprecher und Diplombiologe Marcus Pribbernow. Sehr lange Schnäbel für Blüten mit sehr langen Kelchen, säbelartige Schnäbel für gebogene Blütenkelche.

Charles Darwin und seine Erkenntnisse

Oder die Paradiesvögel. In Neuguinea, wo sie leben, haben sie kaum Fressfeinde. Die Hähne konnten sich folglich ein prachtvolles und ausladendes Gefieder anschaffen, um die Hennen zu bezirzen – und sich mit ihnen fortzupflanzen, um die Art zu erhalten. Charles Darwin lässt schön grüßen: „Der Anpassungsfähigste überlebt“ ( ... the fittest survive ...) war eine seiner Erkenntnisse.

Auch bei den flugunfähigen Vögeln, Emu, Strauß und Einlappenkasuar lässt sich Darwins Idee von der Artenvielfalt anschaulich zeigen. „Drei Vögel, die in unterschiedlichen Regionen dieser Erde leben, sich ähnlich sehen, aber doch mit speziellen ,Werkzeugen‘ ausgestattet sind, die sie in ihrer Lebenswelt brauchen“, so Marcus Pribbernow. Er ist auch für die Museumspädagogik zuständig und bringt vor allem Kindern den Gedanken der Artenvielfalt näher.

Paarhufer im Vergleich

Ein beliebter Vergleich dabei sind die Paarhufer. Im Naturkundemuseum ist zum Beispiel eine Giraffe zu sehen, in Lebensgröße. Zwischen ihren Beinen, ebenfalls ein Paarhufer, das gerade mal 40 Zentimeter hohe Kirk-Dikdik, eine Zwergantilope.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Besuch im Magdeburger Museum für Naturkunde mit seinen rund 1400 Ausstellungsstücken, wenn man auf den Spuren von Charles Darwin und seine bahnbrechenden Erkenntnisse wandeln möchte.