Magdeburg l In der Innenstadt von Magdeburg soll es schon bald kräftig summen. Der Stadtgartenbetrieb will großflächig Bienenweiden anlegen, auf die die Wildinsekten fliegen und damit direkt etwas für die Rettung bedrohter Arten tun.

Einen Plan gibt es auch schon und der sieht nicht nur die Anlage von bienenfreundlichen Blühwiesen rund um die Jakobstraße vor, sondern auch die Pflanzung von speziellen Gehölzen und vereinzelt Bienenbäumen. Dieser Plan liegt der Volksstimme vor. Die Maßnahme, die im zweiten Halbjahr 2019 realisiert werden soll, hat auch einen Namen: Blühmosaik „Rund um die Jakobstraße“.

Gehölze und blühende Pflanzen

Geplant ist das: An verschiedenen Standorten, so an der Jakob- und Weitlingstraße, werden Gehölzmischungen aus heimischen Arten gepflanzt, in denen besonders früh und auch sehr spät blühende Pflanzen enthalten sind, wie die Stadt auf Nachfrage erklärte. Auf neuen Wiesen wird zudem die Mischung „Blühende Landschaften“ ausgesät. Diese sei „für die klimatischen Verhältnisse unserer Region zusammengestellt worden“, erklärte Stadtsprecher Michael Reif. Sie habe sich schon an anderen Stellen bewährt.

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Bienenweiden in Magdeburg rund um die Jakobstraße

Die nun geplanten Flächen in Innenstadtlage sind teilweise beachtlich. So sollen in der Walther-Rathenau-Straße/B 1 circa 2000 Quadratmeter, in der Jakobstraße noch einmal 1000 Quadratmeter und am Hohepfortewall 300 Quadratmeter zu blühenden Landschaften werden. Für diese Maßnahmen könne die Stadt Magdeburg auch auf ein Förderprogramm zurückgreifen, die Umsetzung erfolge in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt, sagte Reif.

Blühmosaik für Magdeburg

Wie viel die Stadt investiert, ließ er zunächst offen. Der Stadtgartenbetrieb hatte erst im Herbst 2018 neue Blühwiesen im Grünzug Carnotstraße, in der Straße Am Costerberg, an der Ringauffahrt Albert-Vater-Straße und drei Flächen im Florapark angelegt. Nun die Pläne für das „Blühmosaik“ in der Altstadt.

Der Imkerverein lobt das Vorhaben. Am Anfang seien dafür eher Flächen außerhalb der City oder am Stadtrand geplant worden. „Wir haben dafür geworben, dass solche Wildblumenwiesen oder Bienenbäume auch in der Innenstadt ihren Platz bekommen“, erinnert sich Yves Krone, Obmann für Bienenweiden. Das geschehe nun sichtbar. Und: „Das ist nur zu begrüßen“, so Yves Krone.

Honigbiene gerettet, Wildbiene bedroht

Rund 500 Wildbienenarten leben in der Region. Doch viele davon seien bedroht. „Wenn wir von Insektensterben sprechen, meinen wir solche Wildinsekten und nicht die Honigbienen. Der Honigbiene geht es gut“, sagt Krone. Die Wildbienen hingegen bräuchten spezielle einheimische Wildblüten, um zu überleben, erklärt Yves Krone. Jeder Magdeburger könne etwas für die Rettung der Artenvielfalt tun. Schon ein kleiner Wildblumenstreifen im Garten oder eine Wildblumensaat im Balkonkasten seien eine Hilfe für die kleinen Nützlinge.