Magdeburg l Man sieht sie immer wieder: schwarze Plastikfolien, die in Magdeburg an Bäumen am Straßenrand oder an Parkwegen kleben. „Baumpflaster“ ist dort darauf zu lesen. Doch welche Wunden heilen die Folien und auf welche Weise? Die Volksstimme fragte bei der Stadtverwaltung Magdeburg hinsichtlich der Verwendung nach und bat um Aufklärung.

Laut Rathaussprecherin Kerstin Kinszorra bestehen die in der Stadt verwendeten Baumwundpflaster aus einer UV-beständigen Polyethylen-Folie. „Sie werden zur Förderung der baumeigenen Wundreaktion angebracht“, erklärt sie. Grundsätzlich seien Bäume nach einer Beschädigung, beispielsweise durch einen Autounfall, bestrebt, die entstandene Wunde wieder zu verschließen, „überwallen“ in der Fachsprache genannt.

Schutz vor UV-Strahlung

Die Wundschutzfolie, die möglichst zeitnah nach der Beschädigung am Baum angebracht werden sollte, schützt die betroffenen Flächen vor UV-Strahlung und Austrocknung. Die Folie ist enganliegend und wird drei bis fünf Zentimeter über den Wundrand hinaus befestigt.

Meistens befinden sich auf der Wundfläche noch lebende Zellen. Diese werden durch die Folie geschützt und können so weiterhin Zellteilung betreiben. Dadurch kann nicht nur am Rand der Wunde, sondern auf der gesamten Fläche neues Gewebe (Flächenkallus) entstehen. „Die Wunde wird so schneller und effektiver verschlossen, so dass die negativen Auswirkungen von Anfahrschäden reduziert werden können“, erklärt die Stadtsprecherin.

Folie unterstützt Baumpflege

Eine Behandlung von Baumwunden mit Folie entspricht den aktuellen Anforderungen in der Baumpflege. Schnittflächen, die durch Astschnitt entstehen, zählen allerdings nicht zu solchen Wunden.