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Neubau in der Magdeburger Innenstadt verzögert sich wegen hoher Baupreise

Eine Magdeburger Wohnungsgenossenschaft plant in der Innenstadt ein neues Wohnhaus. Weil die Baupreise aktuell stetig steigen, wird das Projekt nun um mindestens ein Jahr verschoben.

Von Stefan Harter
Der geplante Neubau der "Die Stadtfelder"-Wohnungsgenossenschaft eG in der Prälatenstraße in Magdeburg.
Der geplante Neubau der "Die Stadtfelder"-Wohnungsgenossenschaft eG in der Prälatenstraße in Magdeburg. Visualisierung: Meta Architektur GmbH

Magdeburg - Mit einer offiziellen Preisverleihung ging 2018 der Architektenwettbewerb für den Neubau an der Prälatenstraße zu Ende. Der Entwurf der Magdeburger Meta Architektur GmbH erhielt damals das Votum der Fachjury. „Die Stadtfelder“-Wohnungsgenossenschaft eG will mit dem Wohnhaus eine Baulücke in der Innenstadt schließen.

Doch vorerst ruhen die weiteren Planungen für das Projekt, wie Vorstand Jens Schneider auf Volksstimme-Anfrage erklärt. „Wir wollten eigentlich 2023 mit dem Projekt beginnen. Doch wir werden es mindestens um ein Jahr verschieben“, sagt er. Grund ist die Entwicklung im Bauwesen.

Baukosten explodieren

Aktuelle Vorhaben geraten in Verzug, weil Baufirmen Schwierigkeiten mit Personal und Material haben. Die Kosten explodieren, verbindliche Preise will kaum jemand mehr geben. Viele Bauherren, ob öffentlich oder privat, berichten davon. Auch bei vielen Vorhaben der Stadt steigen kontinuierlich die Kosten. Corona habe diese Entwicklung nur beschleunigt, glaubt Schneider.

Er kann das rasante Ansteigen der Baupreise mit Zahlen belegen. Die Genossenschaft hatte 2015-2017 am Pfälzer Platz ein Wohnhaus errichtet. Damals lag der Bruttopreis pro Quadratmeter bei 2350 Euro. Aktuell befindet sich das Sasse-Quartier an der Peter-Paul-Straße als nächstes Neubauprojekt in den letzten Zügen. Drei Stadthäuser sind dort entstanden, in wenigen Wochen können die letzten Mieter nach gut zwei Jahren Bauzeit einziehen. 12,6 Millionen Euro wurden insgesamt in dieses Bauvorhaben investiert. Runtergerechnet auf den Quadratmeter ergibt das einen Preis von 3050 Euro. „Damit haben wir eine Schallmauer für uns durchbrochen“, sagt Schneider.

Doppelte Durchschnittsmiete

Denn die Baukosten können nur über die Mieten refinanziert werden. Die Durchschnittsmiete liege bei seiner Genossenschaft bei 4,96 Euro und damit knapp unter dem Stadtschnitt von 5,27 Euro. Im Sasse-Quartier ist man aber erst beim doppelten Preis dabei, obwohl es keine Luxuswohnungen sind.

Bei den Planungen für das Projekt in der Prälatenstraße gehe man derzeit von mindesten 4000 Euro als Quadratmeterpreis aus. „Selbst diese Schätzung ist mit Vorsicht zu genießen“, sagt der Vorstand. Die Mieten, die man dann aufrufen müsste, wären nicht mehr vermittelbar.

Aber muss man denn zwingend neu bauen? Nein, natürlich nicht, meint Jens Schneider, man könne sich auch auf den Bestand konzentrieren. „Zu einer erfolgreichen Genossenschaft gehört aber auch der Neubau“, ist er sich sicher.

30 Wohnungen, 100 Stellplätze

Das Projekt soll gemeinsam mit der Volksbank Magdeburg umgesetzt werden, der ein Drittel der Fläche gehört. Insgesamt sind 30 Wohnungen sowie 100 Stellplätze im Erdgeschoss und in der ersten Etage vorgesehen. Dabei soll geprüft werden, ob das Teilen von Parkplätzen von Mitarbeitern der Bank und Bewohnern des Hauses praktisch umsetzbar ist. Auch Fahrradstellplätze und E-Mobilität sollen bei den Planungen eine Rolle spielen.

Gemeinsam habe man sich jetzt entschieden, frühestens 2024 anfangen zu wollen. In der Hoffnung, dass sich der Markt bis dahin wieder beruhigt und die Baupreise fallen.