Magdeburg l Wer sich durch die Landeshauptstadt quält, hat bereits den Eindruck, einen Marathon zu absolvieren. Die kürzeste Verbindung von A nach B ist in Magdeburg der Weg von Umleitung über Umleitung. Der Magdeburger Mathias Luther ist nun auf die glorreiche Idee gekommen, aus dem gefühlten Baustellenmarathon einen Lauf zu machen.

„Jede Großstadt braucht ihren eigenen Marathon. Einen, der seinen Austragungsort repräsentiert und widerspiegelt. Und was würde Magdeburg als heimliche Baustellenhauptstadt der Republik mit ihren unzähligen großen und kleinen, täglich neu aus dem Boden sprießenden Baustellen besser repräsentieren als ein planloser Lauf von Baugrube zu Baugrube, quer durch die Stadt?“, meint Mathias Luther.

Eigene Webseite

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter hat er seine Idee vom ersten Magdeburger Baustellenmarathon vorgestellt, sogar eine eigene Webseite gebaut. Und das kommt an. Erste Lauf- und Baustellenbegeisterte melden sich und wollen bei dem Gaudi mitmachen.

Entstanden ist die Idee eher aus Gnatz, gibt Mathias Luther zu. Als der Elbe-Brücken-Lauf kurzzeitig wegen der vielen Sperrungen und Umwege in der Stadt vor dem Aus stand, dachte sich der Stadtfelder: Der einzige Lauf, den diese chaotische Stadt verdient, wäre ein Marathon von Baustelle zu Baustelle!

Und so soll es nun auch kommen. Der Lauf soll am 23. Februar starten – natürlich an der „Mutter aller Baustellen“ in Magdeburg, der Tunnelbaustelle. Am Hauptbahnhof ist Start- und Zielpunkt.

Los geht es um 8 Uhr

Die mutigsten und erfahrensten unter den Magdeburger Läufern und Läuferinnen sollen sich hier früh um 8 Uhr zusammenfinden und sich der Herausforderung stellen: Einen Marathon laufen, ohne vorgegebene Strecke, ohne Absperrungen, ohne Transponder. Fünf quer über die Stadt verteilte Baustellen gilt es auf kürzestem Wege zu erreichen, beschreibt es Mathias Luther.

An jeder Baustelle wird eine Wegmarke eingesammelt – und bei Bedarf Getränke und Verpflegung aufgenommen. „Wer es schafft, alle fünf Wegmarken als Erste beziehungsweise Erster ins Ziel zu bringen, hat den Baustellenmarathon gewonnen. Die Strecke wird an fünf tagesaktuellen Baustellen vorbeiführen, die kurz vor dem Lauf bekanntgegeben werden“, so Mathias Luther. Die Baustellen-Läufer müssen also auch eine gewisse Ortskenntnis mitbringen, um die kürzeste Route zu erwischen. Dass er bei der Auswahl der Baustellen letztlich auch auf die 42,2 Kilometer Marathon-Distanz kommt, davon ist er überzeugt. Und Anlaufziele werden ihm bis zum Februar garantiert nicht ausgehen.

Der Baustellenmarathon ist ein Versuch, erklärt er. Ein Ein-Mann-Marathon in der Organisation mit der denkbar schlanksten Vorbereitung. „Maximaler Laufspaß bei minimalem Aufwand, das ist das Ziel. Ich bin gespannt, ob das funktioniert und ob es sein Publikum in Magdeburg findet“, meint Mathias Luther.

Wichtig ist ihm, dass es sich keinesfalls um ein professionelles Laufevent handelt, sondern einfach ein Treffen von Magdeburgern wird, die gern laufen und sich einen Spaß daraus machen, die fünf Baugruben zu absolvieren. „Ich will es auf jeden Fall in kleinem Rahmen halten, darum werden die Startplätze auch begrenzt sein. 20 bis 30 Läufer, mehr sollen es nicht sein“, sagt der Magdeburger. Denn einen offiziellen Charakter soll die Gaudi nicht bekommen. Dann müssten etliche Vorgaben wie Anmeldung, Streckenposten und einiges mehr beachtet werden. Das würde den Spaßcharakter des Baustellenmarathons schmälern. Und Konkurrenz zu den großen Lauf- events in Magdeburg soll es schon gar nicht sein.