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Wo Magdeburgs neuer großer Open-Air-Platz entsteht

Auf dem Cracauer Anger soll ein Veranstaltungsareal entstehen. Das Areal biete auch unter Einhaltung der Abstandsregeln genügend Platz für 1800 Sitzplätze und bis zu 700 Stehplätze. Noch diesen Monat soll mit dem Aufbau begonnen werden.

Von Karolin Aertel
Auf dem Großen Cracauer Anger im Elbauenpark soll ein Open-Air-Veranstaltungsareal mit Bühne entstehen, auf dem auch unter Einhaltung der Abstandsregeln bis zu 2500 Besucher Platz finden.Auf dem Großen Cracauer Anger im Elbauenpark soll ein Open-Air-Veranstaltungsareal mit Bühne entstehen, auf dem auch unter Einhaltung der coronabedingten Abstandsregeln bis zu 2500 Besucher Platz finden. Noch im April soll mit dem Aufbau begonnen werden. Visualisierung: Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg

Magdeburg. Die Rückkehr zur Veranstaltungskultur führt über das Einhalten von Abstands- und Hygieneregeln. Eingeschränkte Platzkapazitäten stehen hierbei jedoch der Wirtschaftlichkeit entgegen. Etwas, das auch Steffen Schüller, Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM), Sorge bereitet hat. Nur 400 der rund 1500 Plätze auf der Seebühne könnten belegt werden. Für so manchen Veranstalter zu wenig, als dass sich das rechne.

Mit einer neuen Open-Air-Bühne soll nun eine Alternative geschaffen und Magdeburgern Hoffnung auf einen Kultursommer gemacht werden. Wie Steffen Schüller gestern mitteilte, werde am Farbwasserfall auf dem Großen Cracauer Anger im Elbauenpark ein eigenständiges Veranstaltungsareal mit Bühne und der gesamten notwendigen Infrastruktur entstehen.

Schallschutz zu Wohngebieten

Das Areal biete auch unter Einhaltung der Abstandsregeln genügend Platz für 1800 Sitzplätze und bis zu 700 Stehplätze. Noch diesen Monat soll mit dem Aufbau begonnen werden. Die Bühne werde in Richtung Herrenkrugstraße ausgerichtet, um den notwendigen Schallschutz zu den angrenzenden Wohngebieten sicherzustellen. Das Publikum könne so die weitläufige Aussicht auf den Jahrtausendturm genießen. Für die Infrastruktur kann zum Teil auch auf Gebäude der Seebühne zurückgegriffen werden. Parkplätze und VIP-Flächen stehen im Umfeld u. a. auch mit dem Messeparkplatz reichlich zur Verfügung.

Mit Max Raabe und seinem Palast Orchester ist bereits das erste große Event bekannt. Am 10. Juli werden die Musiker auf der Open-Air-Bühne im Elbauenpark zu Gast sein, die Tickets gibt es bereits im Vorverkauf. Zudem befindet sich der MVGM-Chef mit etlichen weiteren Künstlern und Veranstaltungsagenturen im Gespräch. Denn: Die Nachfrage nach Veranstaltungsarealen mit Bühne und der notwendigen coronakonformen Infrastruktur ist groß.

45 Prozent Umsatzverlust durch Corona

Die MVGM hofft unterdessen, mit der zusätzlichen Open-Air-Fläche zumindest in kleinen Teilen das ausbleibende Vermietungsgeschäft in den städtischen Veranstaltungshallen und -häusern der Landeshauptstadt abfedern zu können. Schüller blickt auf 45 Prozent Umsatzverlust. Das seien in Zahlen 5 Millionen Euro. Allein in den Messehallen haben von 73 Veranstaltungen nur 19 stattfinden können. In den restlichen MVGM-Häusern wie der Johanniskirche und Getec-Arena seien es von 320 nur 174 Veranstaltungen gewesen.

Letztlich sei die Entscheidung für eine Open-Air-Bühne jedoch nicht allein der Pandemie geschuldet, erklärt er. Bisher sei es für Veranstalter sehr aufwendig, zeitintensiv und kostspielig gewesen, für eine einzige große Veranstaltung Bühne, Plätze, Zäune und so weiter aufzubauen. Indem diese Infrastruktur nun vorgehalten wird und gemietet werden kann, soll der Elbauenpark für Eventplaner noch mehr an Attraktivität gewinnen.

Wie lange die Open-Air-Bühne, die vom Kommunikationsdienstleister MDCC unterstützt wird, stehen bleibt, hängt letztlich von der Nachfrage und den tatsächlichen Buchungen ab. Es handele sich um ein dynamisches Konzept und angesichts des momentanen Unsicherheitsfaktors um einen Testballon.