Stadtrat

Neues Verkehrskonzept für die Magdeburger Neustadt gefordert

Um die Straßen in Magdeburg-Neustadt vor allem vom Lkw-Verkehr zu entlasten, soll die Verwaltung ein neues Konzept erstellen. Im Stadtrat wird darüber jetzt diskutiert.

Von Stefan Harter
Um die Straßen der Magdeburger Neuen Neustadt zu entlasten, soll ein Verkehrskonzept erstellt werden.
Um die Straßen der Magdeburger Neuen Neustadt zu entlasten, soll ein Verkehrskonzept erstellt werden. Foto: dpa

Magdeburg - Eine Verkehrskonzeption für die Neue Neustadt soll die Stadtverwaltung erstellen, so zumindest heißt es im gemeinsamen Antrag von SPD und Grüne/future!, der in der jüngsten Ratssitzung Thema war. Insbesondere die Hauptstraßen Hundisburger Straße, Kastanienstraße, Schöppensteg, Pettenkoferstraße, Wasserkunststraße, Mittagstraße sowie Lüneburger Straße, Lübecker Straße und Rothenseer Straße sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Sie alle seien „durch ein hohes Verkehrsaufkommen, wie auch insbesondere durch den durchfahrenden Lastverkehr, stark belastet“, heißt es zur Begründung. Die Wohnqualität der Neustädter leide darunter. Dies war auch kürzlich Thema in der AG Gemeinwesenarbeit (GWA) Neue Neustadt, in der Anwohner von zunehmenden Verkehrsproblemen zum Beispiel in der Mittagstraße berichtet hatten.

Eine Verbesserung könne es nur durch eine großflächige Betrachtung geben. Daher wäre ein Konzept für den Verkehr im Stadtteil nötig, argumentieren die Antragsteller. Acht Schwerpunkte beziehungsweise konkrete Lösungsvorschläge werden im Antrag benannt, die es zu untersuchen gilt. Folgende Punkte sind das:

1. Die Mittagstraße und Wasserkunststraße sowie Schöppensteg und Pettenkoferstraße sollen vom (Schwer)lastverkehr entlastet werden. Außerdem sollen weitere lärmreduzierende Maßnahmen geprüft werden.

2. Der Lastverkehr, der im Zusammenhang mit dem zukünftigen zentralen Bauhof in der Schwiesaustraße entstehen wird, soll (beispielsweise durch getrennte Aus- und Einfahrt) entzerrt werden.

3. Die im Entwurf für den Verkehrsentwicklungsplan 2030+ genannten Maßnahmen sollen umgesetzt werden, insbesondere der Neubau des Neustädter Radwegs (Nachtweide, Schroteradweg, Ohrestraße) sowie die Einrichtung von Radwegen in der Wasserkunststraße und Mittagstraße.

4. Es soll geprüft werden, ob bereits bestehende Tempo-30-Zonen ausgeweitet werden können. „Insbesondere Bereiche, wo Wohnhäuser direkt entlang der stark ausgelasteten Straßenbereiche stehen, sind hierbei besonders ins Auge zu fassen“, heißt es.

5. Weiterhin soll untersucht werden, ob die Nutzung der Straßenbahnspur entlang Kastanienstraße, Schöppensteg und Pettenkoferstraße aufgehoben werden kann. Abbieger sollen davon ausgenommen sein.

6. Zusätzliche Querungshilfen für Fußgänger sowie weitere Maßnahmen zur Beseitigung von Unfallschwerpunkten sollen in das Konzept eingearbeitet werden.

7. Busse mit emissionsarmen Antrieben sollen wenn möglich auf den bestehenden Busverbindungen eingesetzt werden, um die Abgasmengen zu reduzieren.

8. Die Auswirkungen des Verkehrsaufkommens und des Schwerlastverkehr auf die Denkmalschutzobjekte im Stadtteil sollen schließlich auch noch untersucht werden.

Die CDU-Fraktion hat einen Änderungsantrag eingereicht, der die meisten Formulierungen des Ursprungsantrags aufgreift. Ein Unterschied: Der Punkt mit der gesperrten Straßenbahnspur ist weggefallen, ebenso die Prüfung für Denkmalschutzobjekte. Neu ist der Vorschlag von Geschwindigkeitsbegrenzungen für den Schwerlastverkehr in den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr.

Beide Anträge wurden zur weiteren Diskussion in die Ratsausschüsse überwiesen.