Kinderbetreuung

Neun nagelneue Kitas für Magdeburg

Beim Kita-Ausbau wird in Magdeburg geklotzt statt gekleckert.

Von Stefan Harter 12.05.2017, 01:01

Magdeburg l Am 16. Mai 2017 hat Oberbürgermeister Lutz Trümper eine Sondersitzung mit drei der wichtigsten Stadtratsausschüsse angesetzt. Auf der Tagesordnung steht nur eine Drucksache zur Entscheidung an. „Sonderprogramm zur Sanierung von Kindertagesstätten, Neubau von 9 Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt Magdeburg“ ist der sperrige Titel.

Dahinter verbirgt sich ein Komplettpaket, das für die Stadtverwaltung zu gut ist, um es nicht anzunehmen. Denn statt des bereits angekündigten Baus von vier neuen Einrichtungen und der Sanierung von fünf weiteren Bestandsgebäuden sollen nun alle neun Kitas Neubauten werden.

Bei der europaweiten Ausschreibung der Baumaßnahmen hatte sich ein Bieter gemeldet, der der Stadt eine entsprechende Offerte vorgelegt hat. OB Trümper bestätigt das auf Volksstimme-Nachfrage. „Es lässt sich einfacher umsetzen und ist preiswerter“, sagt er. Die Neubauten wären zudem ebenerdig und damit auch barrierefrei, ein Vorteil gegenüber den mehrstöckigen Altbauten.

Nähere Informationen will er mit Verweis auf die Nicht-Öffentlichkeit der Drucksache nicht geben, Vergabeleistungen werden generell so behandelt. Erst nachdem der Stadtrat 18. Mai endgültig entschieden hat, ist der Beschluss öffentlich.

Nach Volksstimme-Informationen soll es sich bei dem Bauherrn aber um die gleiche Bietergemeinschaft handeln, die schon die drei kommunalen Kitas 2013/2014 sowie die fünf Ersatzneubauten 2015/2016 errichtet hat. Ein wesentlicher Punkt, der die Stadt zur Zustimmung für das Angebot bewegt haben dürfte: Durch den Neubau aller neun Einrichtungen sollen 130 zusätzliche Plätze entstehen, insgesamt geht es um fast 1300 Plätze. Außerdem sollen die Baukosten pro Platz beim Neubau günstiger als bei der Sanierung sein.

Konkret geht es um die Altbauten in der Moldenstraße in Alte Neustadt, in der Rothenseer Badeteichstraße, in der Wilhelm-Külz-Straße in Stadtfeld, im Olvenstedter Klusweg und in der Braunlager Straße in Sudenburg. Ohnehin als Neubauten geplant waren die neuen Einrichtungen in der Großen Steinernetischstraße, Herrenkrugstraße/Breitscheidstraße, Olvenstedter Grund und Alt Salbke.

Grund für die Kurzfristigkeit der Entscheidung ist das Vorhaben des Bauherrn, noch in diesem Jahr die Rohbauten für alle neun Kitas fertigzustellen. Ziel ist es, die neuen Plätze so schnell wie möglich zur Verfügung stellen zu können.

Die seit Jahren steigenden Geburtenzahlen und der damit einhergehende Platzmangel in den Kindereinrichtungen der Stadt haben dazu geführt, dass die Verwaltung seit 2011 im Akkord neue Unterbringungsmöglichkeiten schafft. Seitdem sind bereits rund 2000 neue Plätze durch An- und Neubauten entstanden, derzeit gibt es 10.600 in Kitas und rund 370 in Tagespflegestellen.