Magdeburg l Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Jede kann es sein, glaubt Tatjana Genrich. Alles eine Frage von Körpergefühl, Ausstrahlung und Attitüde. Und das könne man lernen. In Kürze bei ihr. Das 25-jährige Model eröffnet eine eigene Modelschule.

Acht Miss-Titel für Magdeburgerin

Acht Miss-Titel sind Tatjana Genrich bereits verliehen worden. Alle kann sie chronologisch aufzählen; angefangen bei ihrem ersten – Miss First Model Magdeburg im Jahr 2009 – bis zu ihren jüngsten – Miss Glamour-Face World und Miss Alpe-Adria 2018. Den Weg auf den Laufsteg schlug die Wahl-Magdeburgerin im zarten Alter von 14 Jahren ein.

Auf einer Modelschule lernte sie sich und ihre Vorzüge zu präsentieren. Und Vorzüge habe jeder Mensch, ist sie sich sicher. Man muss sie nur richtig in Szene setzen zu wissen. Und wie das geht, will sie anderen beibringen. „Ich fand es immer schade, dass es die Modelschule in Magdeburg nicht mehr gibt. Eine Landeshauptstadt sollte so etwas haben“, erzählt sie. Deshalb habe sie sich entschieden, es selbst in die Hand zu nehmen.

Model vermittelt Models

In einem gut 250 Quadratmeter großen Saal in der ehemaligen Veranstaltungslocation „Fichte“, dem heutigen „Fitness One“, bringt sie 7- bis 107-Jährigen bei, sich vor der Kamera oder auf dem Laufsteg zu präsentieren. Und mehr noch: Sie vermittelt ihre Models auch.

„Ich wurde oft angesprochen, ob ich für dieses oder jenes Event ein Model kenne“, erzählt sie. Und dabei waren keinesfalls nur 90-60-90 Schönheiten gefragt. Auch für Curvy-Models ist die Nachfrage da. Insbesondere Brautausstatter suchen Frauen, die etwas üppigere oder normale Maße haben.

Keine Angst vorm Älterwerden

Nicht zuletzt erfüllt Tatjana Genrich sich mit der Modelschule und -agentur auch selbst einen Wunsch. Hat die 25-Jährige etwa Angst vorm Alter? Schließlich ist (jugendliche) Schönheit vergänglich.

„Nein, Angst vorm Älterwerden habe ich ganz und gar nicht. Vielleicht kommt das ja noch. Aber ich weiß, dass man auch fernab des Laufstegs arbeiten kann, zum Beispiel in der Werbebranche. Da hat man als 40+-Jährige fast noch bessere Chancen.“ Vielmehr sei es der Wunsch, Erfahrungen weiterzugeben, der sie zur Eröffnung der Schule veranlasst.

Schauspielunterricht gehört dazu

Kostenfrei ist die Ausbildung an ihrer Schule allerdings nicht. Die Kosten seien vergleichbar mit einem monatlichen Fitnessstudio-Mitgliedsbeitrag, erklärt sie. Je nachdem wie viel Arbeit sie in die angehenden Models stecken muss, bewege sich der Preis nach oben oder unten. Die Modelschüler lernen u. a. Choreografien. Hierfür hat sich Tatjana Genrich eigens ausbilden lassen. Auch Schauspiel gehört zum Unterricht, denn: „Laufsteg ist Show. Und Show ist Schauspiel.“

Hierfür arbeitet sie auch mit weiteren professionellen Coaches zusammen. Einige davon werden am 12. Januar 2019 beim ersten großen Casting für die Modelschule anwesend sein. Etwa 50 Anmeldungen gibt es bereits. Zudem erwartet sie etwa 100 Männer und Frauen, Kinder und Jugendlich zum offenen Casting.

Jeden Monat ein Shooting

Die Bewerber stellen sich vor, es werden die Daten aufgenommen und ein erstes Shooting findet statt. Noch am selben Tag bekommen die Models ihre erste Sedcard. In der Modelschule wird diese stetig erweitert. „Jeden Monat findet ein Shooting statt“, erklärt sie.

Das Model-Casting-Event findet am Sonnabend in der Zeit von 10 bis 15 Uhr im Ratswaage-Hotel statt.