Magdeburg l Seit die Volksstimme am Sonnabend unter dem Titel "Verwaltung knackt die Liebesschlösser" über die Absicht der Stadt berichtete, die eisernen Symbole ewiger Liebe und Treue ersatzlos vom Geländer der Sternbrücke zu entfernen, schlagen die Wellen bei den Diskussionen hoch. Allein schon auf der Facebookseite der Volksstimme tauschen Dutzende Befürworter und Gegner die besten Argumente aus.

Jetzt kommt noch ein virtueller Wettkampf dazu. Denn sowohl Freunde der Liebesschlösser als auch Fans der Sternbrücke haben jeweils eine Online-Petition gestartet. Dabei kann man im Internet sein ganz persönliches Votum für den Erhalt der Liebesschlösser an der Sternbrücke oder für das Entfernen der Liebesschlösser an der Sternbrücke abgeben.

Allerdings: Wer auch immer den Klick-Contest im Internet für sich entscheidet – der Sieger steht schon heute fest: die Stadtverwaltung. Erstens, weil die Petition keinerlei Verpflichtung darstellt. Zweitens, weil die Verwaltung bereits am Freitag angekündigt hatte, die Schlösser erbarmungslos zu knacken. "Die Schlösser und Ketten gefährden den Korrosionsschutz, beschädigen somit das Brückengeländer und stellen eine Unfallquelle für Fußgänger dar."

Darüber hinaus seien einige Schlösser als Bündel so angebracht, dass der Zustand als verkehrsgefährdend für Fußgänger eingeschätzt wird, hieß es. Schlösser, die in Zukunft an der Sternbrücke befestigt werden, würden ohne Vorankündigung entfernt.

Übrigens: An der Hubbrücke haben die Liebesschlösser sehr wohl eine Zukunft. Brückeneigentümer Rolf Onnen versicherte am Mittwoch gegenüber der Volksstimme: "Bei mir dürfen die Schlösser auf jeden Fall dranbleiben. Ich finde es eine nette Idee und habe nichts dagegen." Die Stadtverwaltung reagiere an der Sternbrücke leider ziemlich kleinkariert.