Magdeburg l Um es gleich vorwegzunehmen: In Magdeburg wird in der Sommersaison 2018 insgesamt 41-mal länger als bis 23 Uhr unter freiem Himmel gefeiert. Allerdings wird von den akustischen Folgen nicht jeder Magdeburger betroffen sein. Denn die Veranstaltungen ziehen sich über das gesamte Stadtgebiet. Kern bleiben natürlich die Innenstadt mit Altem Markt und Domplatz sowie die Parks, allen voran der Rotehornpark.

Damit der Partylärm einigermaßen „gerecht“ verteilt wird, hat die Stadtverwaltung Magdeburg die Stadtgebiete in 14 „Einwirkungsbereiche“ unterteilt. In jedem dieser Gebiete dürfen pro Saison maximal zehn sogenannte „seltene Störereignisse“ – also Partys mit einem Lärmpegel auch über 23 Uhr hinaus – stattfinden. Damit erhofft sich die Verwaltung zum einen eine faire Gleichbehandlung von Veranstaltern als auch eine Verteilung des Lärms übers Stadtgebiet ohne Bevorteilung oder Benachteiligung bestimmter Gebiete.

Partykontingent nicht ausgeschöpft

Allerdings: Wer in Innenstadtnähe wohnt, wird sich auch in diesem Jahr gegebenenfalls Ohrenschützer neben das Bett legen müssen. Denn vor allem in der City und den angrenzenden Bereichen wird besonders viel gefeiert. Das liegt natürlich an den klassischen Partyplätzen wie Alter Markt, Domplatz, Messeplatz, Rotehornpark oder Universität mit den Studenten in Citynähe. Wer dort wohnt, kennt die Probleme auch schon aus den Vorjahren.

Am Procedere selbst hat sich nicht viel geändert. Je nach Windrichtung sind dann entweder die ost- oder westelbischen Bereiche stärker von dem Veranstaltungslärm betroffen. Der lärmempfindliche Magdeburger kann noch von Glück reden. In keinem der 14 Gebiete ist das Partykontingent bisher ausgeschöpft. Rein statistisch wären bei 14 „Einwirkungsbereichen“ mit je 10 Veranstaltungen sogar 140 Open-Air-Partys genehmigungsfähig. Tatsächlich sind es in diesem Jahr aber „nur“ 41.

Rotehornpark am stärksten betroffen

Am stärksten betroffen ist der Rotehornpark. 13 Partys sind hier angemeldet. Neun davon entfallen allein auf das Oktoberfest des Mückenwirts, der seine Partys aus Lärmgründen schon vor Jahren vom Stammplatz Buckau auf den Messeplatz am Kleinen Stadtmarsch verlegt hatte. Sechsmal müssen die Anwohner am Alten Markt Partykrach nach 23 Uhr hinnehmen. Viermal alle Anlieger rund um den Elbauenpark und den Herrenkrug.

Glück haben dagegen die Gebiete Buckau, Salbke, Fermersleben und Westerhüsen sowie Rothensee und der Wissenschaftshafen. Hier finden keine Open-Air-Partys über 23 Uhr statt - jedenfalls bis jetzt nicht. Nachmeldungen sind jederzeit möglich und seien in den Vorjahren auch schon erfolgt, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra.