Magdeburg l In großen Schritten gehen die Arbeiten an der früheren Reichs- und späteren Staatsbank zwischen Domplatz und Breitem Weg voran. In den kommenden Monaten werden hier die Räume für die neue Wobau-Firmenzentrale und für das Ottonianum mit Funden aus archäologischen Grabungen im Dom und in dessen Umfeld hergerichtet. Inzwischen ist das Gerüst am Kopfbau zum Breiten Weg hin abgebaut worden.

Entsprechend den historischen Vorlagen erstrahlt das Gebäude jetzt wieder in einem Sandton. Zurückgekehrt ist auch der steinerne Adler über dem Portal, der in den vergangenen Jahrzehnten vor dem Tierheim an der Rothenseer Straße seinen Platz hatte. Das Museum soll im Herbst 2018 eröffnet werden, die Wobau möchte bereits eher ihre Firmenleitung aus dem Sudenburger Wilhelm-Höpfner-Ring ins Magdeburger Stadtzentrum verlagern.

Baufahrzeuge brauchen mehr Platz

Während der Sitzung des Bauausschusses des Magdeburger Stadtrats war die Baustelle übrigens jetzt Thema. Grund: CDU-Stadtrat Frank Schuster machte auf die beengten Verhältnisse aufmerksam. Nachdem der Domplatz in eine Baustelle verwandelt wurde, finden die Fahrzeuge der Bauunternehmen und der Handwerker kaum noch einen Platz. Und auch die Baustelle des gegenüberliegenden Domviertels dürfte in den kommenden Monaten nicht zu einer Entspannung der Lage beitragen. Frank Schuster, der selbst ein am Bau beteiligtes Handwerksunternehmen leitet, sagt: „Hier sollte eine unkomplizierte Lösung gefunden werden.“

Im Erdgeschoss des Hauses sollen auf rund 600 Quadratmetern die Schwerpunkte Ottonen, Archäologie und Erzbistum Magdeburg thematisiert werden. Die Planer hoffen darauf, mit einem modern eingerichteten Museum pro Jahr rund 50.000 Besucher anlocken zu können. Die Schau soll die historische Dauerausstellung im Kulturhistorischen Museum, die sich auf das städtische Leben konzentriert, ergänzen.

Das Ottonianum soll neben dem Kulturhistorischen und Naturkundemuseum in der Otto-von-Guericke-Straße, dem Kunstmuseum im Kloster, dem Otto-von-Guericke-Museum in der Lukasklause, dem Technikmuseum in der Dodendorfer Straße und der Mitteldeutschen Figurensammlung im Puppentheater die Magdeburger Museumslandschaft um ein Standbein erweitern.