Magdeburg l Im Magdeburger Gesundheitsamt hat sich das Arbeitsaufkommen am Montag wie erwartet drastisch erhöht. Grund sind die Corona-Tests für Urlauber aus Risikogebieten. "Bis 14 Uhr haben sich bei uns 28 Reiserückkehrer gemeldet", berichtet Amtsleiter Dr. Eike Hennig. Die Urlaubsheimkehrer hätten zum Teil schon Ergebnisse, teillweise aber auch nicht.

In Magdeburg wurden am Montag zwei neue Corona-Infektionen registriert. Eine Frau, die aus dem Kroatien-Urlaub zurückgekommen ist, sowie einen Mann, der bei der Aufnahme ins städtische Klinikum positiv getestet wurde. Derzeit sind nach Angaben vom Gesundheitsamt 36 Personen in Magdeburg aktiv positiv.

Für das Magdeburger Gesundheitsamt bedeutet das neue Reiserückkehrer-Gesetz einen erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand, so Hennig. Es müsse sich jeder Magdeburger, der aus einem Risikogebiet zurück kommt, beim Gesundheitsamt melden und persönliche Angaben und Details seiner Reise bekannt geben. "Das kann per Telefon oder per Mail geschehen", sagt der Amtsarzt. Zudem müsse jeder, der aus einem Risikogebiet nach Hause kommt, zunächst in häusliche Quarantäne bis ein negativer Befund vorliegt. Die Quarantäne kann vom Gesundheitsamt aufgehoben werden, stellt Hennig klar, wenn ein negativer Befund vorgelegt wird, der nicht älter als zwei Tage ist.

Beleg für Urlaub in Risikogebiet gefordert

Die Abstriche der Urlauber müssen innerhalb von drei Tagen nach der Rückkehr erfolgen. Sobald die Testergebnisse vorliegen, müssen die Reisenden dieses dem Gesundheitsamt übermitteln. Die Corona-Tests sind für Urlauber aus Risikogebieten kostenlos. Die Fieberambulanz verlangt für den Aufenthalt in einem Risikogebiet einen Nachweis. "Das können Flugtickets oder Hotelrechnungen oder ähnliches sein", sagt Hennig. Hinweise welche Länder und Regionen als Risikogebiete gelten, gibt es auf der Internetseite des Rocbert-Koch-Institutes.

Hinzu kommt, dass Reiseveranstalter, Flughafenbetreiber sowie Bus- und Fährunternehmen von den Passagieren aus Risikogebieten sogenannte "Aussteigerkarten" ausfüllen lassen müssen. Diese Dokumente werden an das Gesundheitsamt übergeben, das in der Stadt, in der die Passagiere nach Deutschland einreisen, zuständig ist. Dort werden die Datenblätter sortiert und an die Gesundheitsämter der Heimatorte der Passagiere geschickt. "Dadurch bekommt der Verwaltungsaufwand einen ziemlichen Umfang" so Hennig.

Zwangstests können angeordnet werden

Sollten sich die Heimkehrer dann nicht beim Gesundheitsamt melden oder innerhalb von 72 Stunden einen Test vorlegen, werden die Personen vom Gesundheitsamt kontaktiert. Sollten die Reiserückkehrer nicht bereit sein, sich freiwillig testen zu lassen, wird das Gesundheitsamt die Corona-Tests anordnen, erklärt Hennig. "Wir haben da keinen Spielraum, müssen uns an das Gesetz halten, das gibt uns diesen Weg vor." Wenn nach der Anordnung eines Tests nach wiederum zwei Tagen kein Befund vorliegt, wird ein Zwangsgeldverfahren eingeleitet.

Das Zwangsgeld kann bis zu 25.000 Euro betragen. "Man muss es den Leuten klar sagen, wenn sie in Risikogebiete reisen, haben sie auch ein deutlich höheres Risiko sich anzustecken", so Hennig. Der Amtsarzt verweist auf die in Magdeburg bekannt gewordenen Fälle: "Die meisten Neuinfektionen, die wir in der Stadt haben, sind heimgekehrte Urlauber."