Bauprojekt

Pläne für Wohnquartier im Magdeburger Stadtpark stehen erneut zur Debatte

Ein Investor will einen Komplex für altersgerechte Wohnungen samt Tagespflege und Kindergarten auf der Rotehorninsel in Magdeburg errichten lassen.

Von Konstantin Kraft
Auf einem Grundstück südlich der Kanonenbahn in Magdeburg könnte ein neues Quartier für betreutes Wohnen entstehen.
Auf einem Grundstück südlich der Kanonenbahn in Magdeburg könnte ein neues Quartier für betreutes Wohnen entstehen. Foto: Konstantin Kraft

Magdeburg. Nicht nur der geplante Neubau einer weiterführenden Schule auf dem bisherigen Bauhof-Gelände am Winterhafen in Magdeburg könnte diesen Abschnitt der Rotehorninsel künftig prägen. Auf einem Nachbargrundstück gibt es weitere Pläne zur Errichtung einer generationsübergreifenden Sozialimmobilie mit Platz für ein betreutes Demenzwohnen samt Tagespflege sowie einer Kindertagesstätte. Zur Debatte steht dazu aktuell erneut die mögliche Einleitung eines Satzungsverfahrens für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 250-6.1 „Rotehorn, südlich der Kanonenbahn“. Letzterer würde die Grundlage für eine künftige Bebauung darstellen.

Im Mai 2020 hatte sich der Stadtrat nach intensiver Diskussion mit knapper Mehrheit gegen die Einleitung eines solchen Satzungsverfahrens ausgesprochen. Weil der Investor an seinem Vorhaben festhält, wird das Anliegen nun abermals den Stadträten vorgelegt. Der Stadtrat im Juni soll dazu einen finalen Beschluss fassen. Mitte Mai wird zunächst der Ausschuss für Umwelt und Energie darüber beraten.

Wohnbebauung als Ausnahme möglich

Das Planungsgebiet für das Wohnquartier wäre begrenzt durch die ehemalige Kanonenbahnlinie im Norden, die „Taube Elbe“ im Westen, den Bauhof im Osten sowie den „Schwarzen Weg“ im Süden. Der Flächennutzungsplan der Stadt definiert das Gebiet als öffentliche Grünfläche und müsste für eine potenzielle Wohnbebauung parallel geändert werden. Problematisch an dem Standort scheint in erster Linie die Hochwassergefahr.

Bei einer Ausweisung des Baulandes zu Wohnzwecken müsse in jedem Fall das Hochwasserschutzziel sowie eine hochwassersichere Erschließung gewährleistet werden, stellt die Verwaltung heraus. Eine Vorprüfung der unteren Wasserbehörde ist zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Ausweisung als Baugebiet auch zu Wohnzwecken zulässig wäre. Demnach könnten Aufschüttungen ausnahmsweise zugelassen werden.

Hochwasserschutz und Verkehrserschließung sind aber nicht die einzigen Hindernisse. Weil sich das Baugebiet in der Nähe des Bauhofes befindet, dürfte zudem der jüngste Fund von brütenden Rotmilanen eine Rolle spielen. Unabhängig davon, wie der Stadtrat zu dem Bauprojekt entscheidet, gilt im Umkreis von 300 Metern zum Horst ein „Störungsverbot“ bei Brut und Aufzucht der streng geschützten Greifvögel. Aus diesem Grund ruhen derzeit die Bodenuntersuchungen für einen Schulneubau am Winterhafen.