Magdeburg l Nach immer neuem Ärger am Hasselbachplatz hat sich auch das Ordnungsamt der Stadt Magdeburg in die Bestreifung des Hasselbachplatzes eingebracht. Vom 18. August bis zum 30. September fanden an sieben Wochenenden insgesamt 13 gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt statt. Von jeweils 20 bis 23  Uhr war das Ordnungsamt mit zwei bis drei Verwaltungsvollzugsbeamten gemeinsam mit zwei bis drei Polizeivollzugsbeamten im Bereich des Hasselbachplatzes präsent. Die Fußstreifen erfolgten nicht nur auf dem Hasselbachplatz, sondern auch über die Liebigstraße, Leibnizstraße, Einsteinstraße, Keplerstraße, Breiter Weg, Otto-von-Guericke-Straße und Sternstraße. Neben dem Hasselbachplatz war der Hegelspielplatz ein Schwerpunkt.

Alkohol- und Rauchverbot

Das Ordnungsamt verzeichnete in dieser Zeit 120 Verstöße. Die meisten davon waren Verstöße gegen das Alkohol- und Rauchverbot auf dem Hegelspielplatz (45). Weiterhin sprachen die Ordnungshüter 34 Platzverweise aus, stellten 30 Verstöße im ruhenden Straßenverkehr fest, jeweils 6 Verstöße wegen Urinierens in der Öffentlichkeit und wegen zu lauter Musik (Lärm), 4 Verstöße wegen Abfallentsorgung, zwei Verstöße, weil ein Hund nicht angeleint war und einen Verstoß gegen die Hundesteuersatzung. Außerdem gab es zwei Fundsachen. Die Verstöße werden oder wurden bereits mit Beträgen in Höhe von 15 bis 55  Euro verwarnt.

Die gegenseitige Ergänzung war sehr positiv. So führte zum Beispiel am 9. September eine gemeinsame Streife dazu, dass ein 15-Jähriger wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz geschnappt wurde, informiert die Stadtverwaltung. Einige Situationen seien auch problematisch gewesen, insbesondere dann, wenn es spontan zu Körperverletzungsdelikten kam und die gemeinsamen Streifen im Zugzwang waren, aber auf polizeiliche Verstärkung warten mussten.

Ärger am Hasselbachplatz durch Streifen

Was es gebracht hat? „Durch die sichtbare Präsenz und Fußstreifen von uniformierten Dienstkräften sowie das frühzeitige Einschreiten haben sich die unerwünschten Begleiterscheinungen, welche durch den Aufenthalt von alkoholisierten Personengruppen entstehen, reduziert“, schätzt die Stadtverwaltung ein. Die Aktion wird nun ausgewertet und dann entschieden, wie in Zukunft damit umgegangen wird.

Die Polizei schätzt auf Nachfrage ein: „Die durchgeführten gemeinsamen Präsenzstreifen von Kommune und Polizei sind ein zielführendes Instrument der Sicherheitspartnerschaft, die zur Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung beitragen.“ Nach Dienstende des Stadtordnungsdienstes um 23  Uhr erfolgte eine Fortführung der Bestreifung durch Beamte der Landespolizei bis in die frühen Morgenstunden.

Ursachen werden nicht beseitigt

Gemeinsame Präsenzstreifen von Kommune und Polizei könnten als ein Baustein zur Lösung von Problemen, wie sie am Hasselbachplatz bestehen, beitragen, informiert die Polizei weiter. Einschränkend heißt es allerding: Die Streifen „entfalten für die Zeit der Durchführung eine präventive Wirkung, aber die Ursachen für die gezeigten Verhaltensweisen werden damit nicht beseitigt“. Lösungen könnten letztlich nur im gesamtgesellschaftlichen Ansatz gefunden werden.

Für die Anwohner des Hasselbachplatzes dürfte es vorerst etwas ruhiger werden. Denn nach Erfahrungen der Polizei halten sich in der dunkleren Jahreszeit weniger Menschen dort auf und damit gibt es auch weniger Probleme.