Große Kartennachfrage / Stadtpark-Gelände zu uneben für große Bühne

Probleme auf dem Werder: Unheilig und Grönemeyer ziehen in den Elbauenpark um

Von Peter Ließmann

Herbert Grönemeyer und die Band "Unheilig" werden nicht im Rotehornpark auftreten, sondern im Elbauenpark. Das hat der Konzertveranstalter gestern entschieden.

Magdeburg l Die Bühnen, über die Herbert Grönemeyer singend hastet, sind im Normalfall keine kleinen. Der Mann braucht Platz. Dazu eine aufwendige Licht-Show und eine nicht minder beeindruckende Bühnendekoration. So eine Freilicht-Bühne wiegt dann einige Tonnen - und sie muss aus Sicherheitsgründen absolut lotrecht stehen. Dafür sei das Gelände im Rotehornpark zurzeit nicht gemacht, entschied der Konzertveranstalter und verlegte das für den 20. Mai geplante Konzert in den Elbauenpark. "Vor allem die Bodenbeschaffenheit hat uns dort Probleme bereitet", sagt Jane Sakel von der Konzertagentur Mawi-Concert. Das Gelände sei sehr uneben und habe viele Löcher. Um die Bühne absolut gerade aufstellen zu können, hätte sehr viel Ausgleichstechnik eingesetzt werden müssen. Das wäre teuer geworden, so Jane Sakel.

Ein weiterer Grund sei die viel bessere Parkplatz-Situation am Elbauenpark. "Dort sind die Parkflächen größer, zusammenhängender und dichter am Veranstaltungsort", meinte Jane Sakel.

Und über den dritten Grund freut sich ein Konzertveranstalter natürlich immer: Grönemeyer verkauft sich "wie geschnitten Brot". Die Nachfrage nach Karten sei sehr groß. Wie viel genau bis jetzt verkauft wurden, wollte Jane Sakel nicht preisgeben. "Wir liegen im fünfstelligen Bereich."

Alle drei Gründe gelten auch für das Konzert der Band "Unheilig", die am 6. Juli im Rotehornpark auftreten sollte. Auch ihre Open-Air-Show wurde in den Elbauenpark verlegt.

Die bis jetzt verkauften Karten für beide Konzerte gelten natürlich auch für den Elbauenpark.

MVGM freut sich über Herbert Grönemeyer

Bei der Messe- und Veranstaltungs-GmbH (MVGM), zu der auch der Elbauenpark gehört, freut man sich über die Verlegung dieser beiden hochkarätigen Konzerte in den Park im Herrenkrug. "Ich habe mir schon lange gewünscht, dass es wieder einmal große Rockkonzerte bei uns im Elbauenpark geben wird", sagt Gisela Ahrens, bei der MVGM zuständig für das Veranstaltungsmanagement. "Wir haben im Elbauenpark sehr günstige Voraussetzungen für solche Konzerte." Das Gelände sei komplett eingezäunt, verfüge über einen großen Einlassbereich, ausreichend Parkplätze und könne auch mit Bus und Straßenbahn gut erreicht werden. Auch stünden Strom und Wasser zentral zur Verfügung. Stehen werden die Bühnen im östlichen Bereich des Cracauer Angers.

Vor außergewöhnliche Herausforderungen würden die beiden großen Konzerte den Elbauenpark nicht stellen, so Ahrens. "Wir sind dort auf Veranstaltungen mit 20000 bis 30000 Besuchern vorbereitet." Dafür sei das Gelände am Cracauer Anger schließlich gemacht. An beiden Konzerttagen werde ausschließlich der Kassenbereich an der Tessenowstraße geöffnet sein. Ab wann, das lege allerdings der Konzertveranstalter fest.

MVB planen Einsatz von Sonderbahnen und -bussen

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) werden sich ebenfalls auf die Konzerte im Elbauenpark einstellen. "Wir sind zurzeit dabei, mit dem Veranstalter eine Kooperationsvereinbarung auszuarbeiten", sagte MVB-Pressesprecher Andrej Kirschbaum. Darin werde geregelt, wie viele Busse und Bahnen an den Konzertabenden zusätzlich in Richtung Herrenkrug geschickt werden und ob die Konzertkarten gleichzeitig auch als Fahrscheine am Konzertabend benutzt werden können.