Magdeburg l In der Mitte der denkmalgeschützten Hyparschale Magdeburg ragt der Gerüstturm in die Höhe. Er stützt nach wie vor das Dach, das zuletzt einzustürzen drohte. Am Rand die leere Tribüne. An den Fenstern ranken Pflanzen in die Höhe, die von außen durch Löcher in den Fenstern ins Innere vorgedrungen sind.

Doch mit diesem morbiden Charme, mit dieser Rückkehr der Wildnis in einen von den Menschen verlassenen Raum ist jetzt Schluss. Denn in der ersten Dezemberwoche 2019 ist in der Hyparschale der offizielle Startschuss für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes gegeben worden. Bereits aufgerissen ist das alte Parkett, das zuletzt mit seinen Wellen durch den Raum zu wogen schien. In den kommenden beiden Jahren soll die Halle am Rande des Magdeburger Stadtparks wieder nutzbar gemacht werden.

Bis März 2020 wird entkernt

Gebaut wird in zwei Bauabschnitten. Zunächst geht es um die Sanierung des Hallendachs. Dann stehen die übrigen Arbeiten zum Beispiel an der Fassade an. Geschätzte Kosten: 16,9 Millionen Euro. In Betrieb gehen soll die frisch sanierte Hyparschale im Jahr 2022. Bis März wird das Gebäude entkernt, im Anschluss beginnt die Betonsanierung.

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Oberbürgermeister Lutz Trümper: „Die Hyparschale ist eine der architektonisch bedeutsamen Bauten in Magdeburg. Es freut mich, dass wir in wenigen Jahren ein äußerst modernes Veranstaltungsgebäude in einem außergewöhnlichen Bau direkt an der Elbe nutzen können.“

Premiumprojekt des Bunds

Heinz Ulrich, Leiter des Kommunalen Gebäudemanagements (KGM), unterstreicht: „Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigt der Umstand, dass die Sanierung als Premiumprojekt des Bundes ausgezeichnet wurde und wir mit fünf Millionen Euro gefördert werden.“ Der Betrag ist so groß, dass es bei der Bekanntgabe der Preisträger für Aufsehen gesorgt hatte, berichtet der KGM-Chef.

Bei der Sanierung zum Einsatz kommen soll eine neue Technologie. Mit einem neu entwickelten Carbonbeton, der Belastungen in mehrere Richtungen aushalten kann, sollen die maroden Dächer stabilisiert werden. Nicht zuletzt geht es darum, das Lichtkreuz zwischen den vier Flügeln zu öffnen und damit das ursprünglich vom Planer Ulrich Müther gewünschte Raumgefühl zu geben.

Bereits in den 1970er Jahren war dieses Kreuz mit Dachpappe abgedeckt worden. Ein Grund könnte gewesen sein, dass es sich nicht abdichten ließ – unter anderem aufgrund der Bewegungen der Dachflügel gegeneinander bei Wind oder Schneelast. Christian Hellmund von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner sagt: „Mit den technischen Möglichkeiten, die wir heute haben, und den inzwischen gesammelten Erfahrungen werden wir dieses Problem in den Griff bekommen.“

Platz für 500 Personen

Quader in den Ecken der Halle werden als eigene Räume genutzt, während in der Mitte eine Veranstaltungsfläche zur Verfügung stehen soll. Bis zu 500 Personen finden in dem Gebäude Platz.

Der Entschluss, nicht allein das Dach der Halle zu sichern sondern sie komplett zu sanieren, ist bereits im Jahr 2017 gefallen. Doch bis jetzt haben zum einen die Planungen und Vorbereitungen zu dem Bauvorhaben gedauert. Zu anderen mussten Fördermittel eingeworben werden.