Magdeburg l Am Rande der jüngsten Stadtratssitzung hat Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) erstmals konkrete Pläne zum künftigen Umgang der Stadt Magdeburg mit der Hyparschale öffentlich gemacht. Anlass war eine Anfrage des Linke-Fraktionsvorsitzenden Oliver Müller, zugleich Vorsitzender des Kulturausschusses.

Bereits im Juni 2017 hatte die Stadtverwaltung dem Stadtrat Magdeburg nach jahrelanger Weigerung (zu teuer, kein eigener Nutzungsbedarf) überraschend die Rettung des Baudenkmals in kommunaler Regie vorgeschlagen. Die Sanierung auf Kosten der Stadt Magdeburg ist beschlossene Sache. Zur möglichen Nutzung machte die Stadtverwaltung damals noch keine Ideen öffentlich.

Stadtrat will Auskunft über Hyparschale

Trümper im Juni: „Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, werden wir auch eine passende Nutzungsmöglichkeit finden.“ Bis dahin wollte Müller indes nicht warten und fragte zur Oktobersitzung öffentlich an: Wann wird der Stadtrat und seine Ausschüsse mit Ideen zur Nutzung befasst? Wird die Bürgerschaft einbezogen? Wer soll die Hyparschale künftig betreiben?

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Trümper nannte die Fragen „berechtigt“: „Wir haben inzwischen Statiker und Planer zur Vorbereitung der Sanierung gefunden und die müssen natürlich zumindest ungefähr wissen, wie wir das Objekt künftig nutzen wollen.“

Hyparschale Magdeburg erhält Würfel

Dann wurde der Oberbürgermeister überraschend konkret. „Wir wollen da so Würfel reinstellen, also Kuben. Auf denen soll hinter Glas eine Terrasse mit toller Aussicht und so 200 bis 300 Plätzen entstehen.“ In besagten Würfeln könnten kleinere Räume zur Kongress- und Veranstaltungsnutzung Platz finden.

Auch die Betriebsform steht offenbar schon fest – zumindest aus Verwaltungssicht. Trümper: „Sie soll von der Stadthalle aus mitbewirtschaftet werden unter dem Dach unserer Messe- und Veranstaltungsgesellschaft.“

Ideen zur Hyparschale sind nicht neu

Die von Trümper erwähnte Gliederung des schlecht klimatisierbaren Innenraums der Hyparschale mit eingebauten Kuben ist keine neue Idee. Sie wurde bereits von Studenten und zuletzt – sehr detailliert – von der potenziellen Magdeburger Investorin Babette Schmidt, AOC Immobilien AG, vorgetragen.

Schmidt hatte sich ab Ende 2015 ein Jahr lang vehement um den Kauf der Hyparschale bemüht und die Pläne ihres Unternehmens öffentlich gemacht: drei Würfel für Büro- und Beratungsräume, ein öffentliches Café hinter Glas.

Babette Schmidt scheitert mit Projekt

Vor genau einem Jahr beerdigte der Verwaltungsausschuss Schmidts Projekt – kein Zuschlag. Zur Finanzierung ihres knapp acht Millionen Euro teuren Vorhabens fehlten der Investorin am Ende rund 1,6 Millionen. Auch Trümper gehörte deshalb zu den Gegnern eines Verkaufs an Schmidt, ließ aber mehrfach durchblicken, dass es einen weiteren seriösen Kaufinteressenten gebe. Von dem ist heute keine Rede mehr.

Wie teuer die Sanierung der Hyparschale in städtischer Regie ausfallen wird, dazu gibt es bisher keine Angaben. Die Planer haben eben erst die Arbeit aufgenommen. Gutachter schätzten die Kosten schon 2016 auf 4,2 Millionen Euro.