Magdeburg l Die Stadt Magdeburg saniert die Hyparschale selbst. Und wie Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, soll das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1969 nach Möglichkeit von der stadteigenen Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) betrieben werden.

Doch bis das soweit ist, müssen noch einige Hürden genommen werden. Geschäftsführer der MVGM ist Steffen Schüller. Und er berichtet, dass sein Unternehmen derzeit an einem Konzept für den Betrieb des Gebäudes arbeitet. Er sagt: „Uns ist wichtig, die Hyparschale dauerhaft ohne große Zuschüsse für die Stadt zu betreiben.“ Nach der Analyse des Marktes aber ist klar: Große Hallen gibt es in der Landeshauptstadt genügend. Allein im Verantwortungsbereich der MVGM reicht das Angebot von der Johanniskirche über das Amo und die Stadthalle bis hin zu den Messehallen im Herrenkrug und zur Getec-Arena. „Potenzial sehen wir aber in der Ausrichtung von Tagungen und Schulungen.“

Dafür sprechen mehrere Gründe. So bemüht sich die Stadt ohnehin, trotz fehlender ICE-Anbindung ein Stück vom großen Kuchen der entsprechenden Veranstaltungen in ganz Deutschland abzubekommen. Zudem hat mit dem Kultur- und Kongresswerk Fichte erst in diesem Jahr ein wichtiger Mitspieler auf diesem Geschäftsfeld in der Landeshauptstadt geschlossen. Steffen Schüller sagt: „Hinzu käme sicher auch, dass die Hyparschale etwas Besonders ist.“ Sprich: Mit einer solchen Lokalität könnte die Stadt deutschlandweit punkten.

Der MVGM-Geschäftsführer erklärt: „Veranstaltungs- und Messehallen hat jeder. Aber die luftige und lichtdurchflutete Dachkonstruktion vermittelt ein einzigartiges Gefühl, das unserer Stadt ein Alleinstellungsmerkmal vermitteln würde.“ Zusätzlich an Attraktivität könnte die Halle aus der Sicht Steffen Schüllers gewinnen, wenn die Seite zur Elbe hin mit Klarsichtscheiben versehen würde, sodass die Silhouette des Flusses samt Blick auf den Dom auch im Inneren zu sehen wäre.

Wände zum Verschieben

Um das Gebäude, das nach den Plänen des Architekten und Bauingenieurs Ulrich Müther gebaut wurde, für Schulungen nutzbar zu machen, ist aus Sicht der MVGM der Einbau eines Gebäudekörpers eine sinnvolle Variante. Dieser würde aus mehreren verschiebbaren Wänden bestehen, die das Abhalten von mehreren Workshops parallel ermöglichen. Auf dem Einbau – so die Vision der MVGM wäre Platz für gemeinsame Besprechungen von Schulungs- und Tagungsteilnehmern, aber auch für Ausstellungen zu den Tagungen oder losgelöst aus dem Bereich der Kultur. Genutzt werden könnten die Flächen auch ergänzend zu denen der Stadthalle.

„Neben Fragen der Finanzierung ist auch die Anbindung ein wichtiges Thema“, so Steffen Schüller. Zwar sieht er keinen zusätzlichen Bedarf für Autostellplätze, da Schulungen ohnehin oft abseits der großen Veranstaltungen an den Wochenenden stattfinden. „Aber für kleine und mittlere Schulungen, die keine Shuttlebusse stellen können, müsste die Anbindung per Bus geklärt werden“, so der MVGM-Geschäftsführer.

Für den Betrieb der Hyparschale könnte Infrastruktur der benachbarten Stadthalle mitgenutzt werden. Unter anderem bräuchte so in der zu sanierenden Halle kein eigener Küchenbereich gebaut werden. Auch die Lagerräume der Stadthalle, die ab 2019 ebenfalls saniert werden soll, könnten mitgenutzt werden. Da für das Schulungs- und Tagungsgeschäft nur selten Künstlergarderoben benötigt werden, könnten für den Fall der Fälle auch die der Stadthalle mitgenutzt werden.

Zuwachs für Gäste in Hotels

Eine Gefahr für andere Einrichtungen in der Stadt sieht Steffen Schüller durch die Etablierung eines neuen Tagungs- und Schulungszentrums nicht: Über ein entsprechendes Raumangebot verfügt kaum ein anderer. „Ganz im Gegenteil: Wenn es uns mit einem außergewöhnlichen Zentrum gelänge, mehr Veranstalter mit ihren Gästen in die Landeshauptstadt zu locken, würden z. B. die Hotels der Stadt durch zusätzliche Übernachtungen profitieren“, so die Einschätzung des Geschäftsführers des kommunalen Hallenbetreibers.