Umwelt

Scharfe Kritik nach Fällung in Salbke

Mit scharfen Worten hat der Künstler und Geschäftsführer des Turmparks die Baumfällungen in Magdeburg-Salbke kritisiert.

Von Robert Richter 18.08.2017, 01:01

Magdeburg l Nachdem am Mittwoch die Kettensägen in Alt Salbke aufheulten, machte der Fotokünstler und ehrenamtliche Geschäftsführer des Salbker Turmparks, Wolfgang Krebs, seinem Ärger öffentlich Luft. Krebs verfasste eine polemische „Grabrede für unsere Freunde die Linden, den Ahorn und auch die anderen Bäume“.

Diese müssten nun „alle Äste von sich strecken, um einem Kindergarten und einer zweispurigen Straße nebst Gehweg und einem Wendehammer am Turm Platz zu geben“, so Krebs, der „gedankenlose Schreibtischtäter“ sowie „Gleichgültigkeit, Unflexibilität und Vorschriftenstarrsinn in Magdeburger Amtsstuben“ dafür verantwortlich macht.

„Lange hofften wir vom Turmpark e. V., der Kindergarten wird in dem leerstehenden Gebäude der ehemaligen Berufsschule untergebracht und der Park bleibt den Bewohnern und auch den Kindern erhalten“, erklärte der Künstler weiter. „Gut, wir nehmen Abschied von 14 Bäumen, einem historischen Park, einer einzigartigen Atmosphäre und dem Glauben an die Vernunft“, fährt Krebs in seinem Text fort. Die Baumfällungen seien nun nicht mehr zu stoppen. Jedoch ruft der Salbker Kulturschaffende dazu auf, gegen den aus seiner Sicht überdimensionierten Straßenbau zu protestieren.

Laut Mitteilung der Stadtverwaltung Magdeburg sollen für den Neubau von insgesamt neun Kindergärten bis Ende August 2017 insgesamt 82 Bäume im Stadtgebiet gefällt werden. Teilweise müssten zudem Baumkronen zurückgeschnitten sowie Wurzeln und Strauchwerk entfernt werden.

Neben den 14 Bäumen am Salbker Wasserturm sind demnach auch 20 Bäume in der Moldenstraße, 11 in der Braunlager Straße, 17  im Herrenkrug, zehn am Klusweg und zehn am Olvenstedter Grund betroffen. „Die betroffenen Bäume haben vor allem eine mangelnde Stand- und Bruchsicherheit sowie Schädlings- oder Pilzbefall“, heißt es zur Begründung aus dem Rathaus.

Hintergrund seien „die sehr hohen Anforderungen des Gesetzgebers zu Bäumen auf Kita-Grundstücken“. Einige der Bäume müssen aber schlicht auch gefällt werden, weil sie direkt auf der künftigen Baufläche für die Kitas stehen.

„Das Umweltamt hat die Baumfällungen genehmigt. Vorausgegangen waren umfangreiche Baumkontrollen und Untersuchungen der Flora und Fauna“, so die Stadt. Zugleich wurden Ersatzpflanzungen von 82 Bäumen direkt an den jeweiligen Standorten angekündigt.