Magdeburg l Mit schwerem Gerät sind Mitarbeiter der Firma an der Ostrowskistraße im Einsatz gewesen, die den Boden geliefert hatte, der nach dem Umbau und der Sanierung des Hauses auf dem Außengelände eingebracht wurde. Nach der Fertigstellung der Einrichtung im April musste das Gelände neu gestaltet werden, nachdem es während der Bauzeit zum Lagern von Material und von Baugeräten genutzt und in Mitleidenschaft gezogen worden war. Aus diesem Grund konnte der Spielplatzbereich erst etwa einen Monat nach der Wiedereröffnung der Kita in Trägerschaft der Kita-Gesellschaft Magdeburg, die von 140 Kindern besucht wird, freigegeben werden.

Wie es dazu kommen konnte, dass der zertifizierte Oberboden mit scharfkantigen Scherben versehen war, ist unklar. „Zur Abnahme der Außenanlagen sind die Scherben nicht aufgefallen und in der gewalzten Fläche von Feinbestandteilen überdeckt gewesen“, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra auf Nachfrage. Erst nach Bewässerung und Erosion durch die Trockenheit seien diese Fremdstoffe freigelegt worden. Der Lieferant des Bodens muss die laut DIN 18915 notwendigen Anforderungen an sein Material, das selbstverständlich keine Bestandteile enthalten darf, welche zu Verletzungen führen können, per Zertifikat nachweisen. „In der dazu notwendigen Probeentnahme waren nach aktuellem Kenntnisstand keine Fremdstoffe vorhanden und sollten normalerweise durch Sieblinien ausgeschlossen werden“, so die Sprecherin der Stadt.

Scherben tauchen auch nach erstem Einsatz auf

Der Einsatz zum Beheben der Gefährdung ist bereits der zweite: Nachdem sich nach einem ersten Einsatz der Firma trotzdem noch Scherben im Boden befanden und sich ein Kind verletzte, ist das Gelände von der Kita gesperrt, die Stadt abermals informiert und ein neuer Einsatz ausgelöst worden. Der wurde laut Verwaltung auch umgehend eingeleitet.

Unterdessen entkräftet die Stadt aufgekommene Gerüchte darüber, dass das beauftragte Unternehmen weitere Einrichtungen in Magdeburg mit Boden beliefert hat. Hintergrund: In einem millionenschweren Großvorhaben lässt die Landeshauptstadt neun Kindertagesstätten umbauen bzw. neu errichten, wobei nun im August der Einzug in die Kitas an der Moldenstraße, der Wilhelm-Külz-Straße, der Große Steinernetischstraße und der Braunlager Straße geplant ist.

Eine Pannenhistorie

Der Flachbau an der Ostrowskistraße ist in den 1970er Jahren errichtet worden und trug in den vergangenen Jahren den Titel „Pannen-Kita“. Mal kam es wegen Leitungsproblemen zum Rückstau in den Sanitäranlagen, mal überflutete das Außengelände nach starken Regengüssen. Darüber hinaus herrschten über Jahre Platzprobleme im Haus und nagte der Zahn der Zeit am Bau, der u.  a. von Schimmel befallen war. Die Sanierung und Vergrößerung geriet zu einer langen Hängepartie, u. a. weil finanzielle Mittel für das Bauvorhaben nicht genehmigt wurden, da sie über das falsche Förderprogramm beantragt worden waren. Auch nach dem Rückzug der Kita aus dem Ausweichquartier an der Wiener Straße im April hatte die Kita mit dem Rückstau-Problem zu kämpfen: Eine Leitung war nicht korrekt angeschlossen worden, wie es auf Nachfrage von der Stadt hieß. Die Rasenfläche gleicht einer Mondlandschaft: Pflanzen sind in der Zwischenzeit nur wenige angewachsen. Ein Problem, das übrigens auch am Klusweg befürchtet wird. Der Neubau soll direkt nach dessen Fertigstellung bezogen werden.