Magdeburg l Eigentlich gab es Anfang Juli 2017 vor dem Magdeburger Landgericht eine klare Absprache: Bis 15. August sollten die Betreiber des Pizza-Imbisses auf dem Platz vor dem Gesundheitsamt selbigen räumen. Und doch ist der Pizzaofen weiterhin in Betrieb.

Bei einem Vor-Ort-Termin mit Vertretern der Stadtverwaltung am Dienstag konnte das Betreiber-Paar eine erneute Gnadenfrist aushandeln. Sie haben nun noch einmal vier Wochen Zeit, den Kiosk an der Lübecker Straße endgültig zu räumen. Bis zum 15. September wurde ihnen dafür Zeit gegeben.

Jutta Buhl und ihr Partner Surinder Singh bauen derzeit einen neuen Kiosk an der Robert-Mayer-Straße. Dort wollen sie dann mit ihrem Inventar einziehen. Dieser befindet sich aktuell allerdings noch im Rohbau. Und bevor der neue Imbiss nicht fertig ist, wüssten die Betreiber nicht, wohin mit ihrer Kücheneinrichtung. Das erklärten die beiden bereits im Juli vor Gericht.

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Kein Platz mehr für Kioske

Hintergrund der Kiosk-Posse: Die Stadt möchte den Platz vor dem Gesundheitsamt grundlegend umgestalten, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Bislang lädt er kaum zum Verweilen ein, Sitzmöglichkeiten gibt es ohnehin nicht. Die Stadt hat deswegen Fördermittel für eine Umgestaltung beantragt und auch bewilligt bekommen.

Eigentlich sollten die Arbeiten dafür bereits im Frühjahr mit dem Abriss der beiden Kioske beginnen. Sie haben bei den Plänen der Stadt Magdeburg keinen Platz mehr an ihrem jetzigen Standort. Ein entscheidendes Problem: Für jeden Tag, an dem die Stadt die Fördermittel nicht abruft, müssen Strafzinsen gezahlt werden. Die Imbiss-Betreiber ließen die von der Stadt gesetzten Fristen zur Räumung wiederholt verstreichen, weil sie keine geeigneten Alternativen für ihr Geschäft finden konnten. Die Kündigung hatten sie bereits 2015 erhalten.

Sperrmüll bleibt zurück

Doch Jutta Buhl betrieb nicht den einzigen Imbiss auf dem Platz. Daneben gab es noch einen Asia-Imbiss. Dessen Pavillon hatte der Eigentümer schon vor Wochen abgebaut. Zurück blieb jedoch ein großer Sperrmüllhaufen, der seitdem den Platz verschandelt. Auf Volksstimme-Nachfrage erklärt Rathaussprecher Michael Reif, dass der Eigentümer aufgefordert wurde, bis zum 31. August die Überreste wegzuräumen. Ob beide Fristen diesmal eingehalten werden, wird sich zeigen.