Magdeburg l Von der Lübecker Straße aus sieht das Neustadt-Kaufhaus in Magdeburg aus wie immer. Doch wer an der ehemaligen Zufahrt zum Parkdeck auf der Rückseite des Gebäudes steht, sieht gleich drei Bagger ihre Tagewerk verrichten.

Seit einigen Tagen läuft der Abriss des ehemaligen Supermarkts, berichtet Michael Schulz-Dostal, Projektleiter der Hanseatic Group. Das Unternehmen aus Hildesheim hatte das Neustadt-Kaufhaus und die benachbarte Neustadt-Passage vor gut zwei Jahren erworben.

Objekte 13 Jahre in Zwangsverwaltung

Davor waren die Objekte 13 Jahre lang in der Zwangsverwaltung gewesen, berichtet er. Entsprechend wenig wurde seitdem an den Gebäuden getan. Der Zustand war „ziemlich rumpelig“, wie Schulz-Dostal es freundlich umschreibt. Seit gut einem Jahr laufen nun die Umbauarbeiten, bei denen nach und nach die Bestandsmieter wie Friseur, Optiker oder Blumenladen in neue Räume umziehen konnten.

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Mit Rossmann und Ernsting’s Family konnten bereits im Dezember 2018 zwei neue Ankermieter ihre Geschäfte eröffnen. Im Erdgeschoss der früheren Passage sind, bis auf eine, alle Flächen vermietet. „Für die letzte Einheit wollen wir in den nächsten Tagen den Mietvertrag unterschreiben“, sagt der Projektleiter. In den oberen Etagen gebe es noch einige freie Flächen.

Der Name "Passage" wird gestrichen

Den Namen Passage wird das Einkaufszentrum gegenüber des Gesundheitsamtes künftig wohl nur noch im Volksmund haben. „Der Schriftzug wird noch abgenommen“, kündigt er an. Denn von dem gläsernen Durchgang ist nichts mehr übrig geblieben. Nur im neu eröffneten Fitnessstudio im ersten Obergeschoss kann man noch den ehemaligen Charakter des langgezogenen Ganges erahnen. „Hier ist es optimal für uns“, sagt Studioleiter Julian Dölz.

Wieder in Nutzung sind jetzt auch die 15 Wohnungen, die größtenteils ebenfalls seit Jahren unvermietet waren, weil sich der Insolvenzverwalter damit nicht beschäftigte. Acht Wohnungen sind bereits bezogen, sagt Michael Schulz-Dostal. Die Fassade auf der Vorderseite wird derzeit saniert, ebenso die beiden Treppenhäuser. „Hochkompliziert“ sei die Integration des vorhandenen Altbaus in die Umbauarbeiten des Passagenneubaus gewesen.

Klinkerfassade nicht mehr zu retten

Die alte Klinkerfassade an der Fabrikenstraße, die einst zu einer Maschinenfabrik gehörte, wird im Rahmen des aktuell laufenden Abrisses fallen müssen. „Sie war nicht mehr zu retten“, sagt er.

Zwei Statiker hätten die Situation überprüft, schließlich hatte auch das Denkmalamt ein Einsehen. Beim Bau des Einkaufszentrums 1996/97 sei nicht sauber gearbeitet worden, meint er.

Neuer Rewe-Markt mir Parkdeck

Entstehen wird dort auf 2500 Quadratmeter Fläche ein neuer Rewe-Markt mit Parkdeck. Das Unternehmen war vor sechs Jahren mangels Perspektive ausgezogen. Nun soll der neue Markt Ende des Jahres 2019 eröffnen. Eine siebenstellige Summe wurde dann insgesamt investiert, sagt der Projektleiter.