Magdeburg l Seit dem Abriss der alten Plattenbauten liegen große Flächen rund um die Kreuzung Umfassungsstraße/Haldensleber Straße brach. Größtenteils gehören sie zur kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), der Stadt selbst oder den Städtischen Werken Magdeburg (SWM). Bis auf einige verbliebene Wohnhäuser in Privateigentum ist das Areal ungenutzt.

Damit das nicht länger so bleibt, will die Stadt bereits seit längerem einen neuen Bebauungsplan für das Areal aufstellen. Das Plangebiet wird von der Hundisburger Straße im Norden, der Wolmirstedter Straße im Süden, dem Magdeburger Ring im Westen sowie der Grünstraße im Osten begrenzt.

Sinnvolle Entwicklung

Das Aufstellungsverfahren für den B-Plan läuft bereits seit fast genau sieben Jahren. Im Februar 2014 hatte der Stadtrat den Beschluss dazu gefasst, um die Abrissflächen städtebaulich sinnvoll zu entwickeln. Nach einer Öffentlichkeitsbeteiligung liegt jetzt der aktuelle Entwurf vor.

Danach sollen die Flächen weiterhin vorwiegend für Wohnbebauung genutzt werden. Nur im Westen entlang des Rings soll eine Grünfläche entstehen, wo auch ein öffentlicher Spielplatz geplant ist. Laut der aktuellen Spielplatzflächenkonzeption besteht in diesem Bereich der Neuen Neustadt ein Defizit, was Spielflächen angeht. Mit dem vorgesehenen Spielplatz soll dieses behoben werden.

Lärmschutz notwendig

Um den Spielplatz und auch die angedachten Wohnhäuser vom Lärm des Magdeburger Rings abzuschirmen, ist eine Lärmschutzwand vorgesehen, wie die Volksstimme erst in der vergangenen Woche berichtet hatte. Diese wird unabhängig von tatsächlichen Plänen für Neubauten von der Stadt selbst errichtet, um die neuen Wohnungen zu ermöglichen.

Denn offiziell gibt es noch keine konkreten Investorenpläne. Die Wobau hatte in der Vergangenheit erklärt, nicht unbedingt selbst neu bauen zu wollen. Nach Volkstimme-Informationen gab es auch bereits vor längerer Zeit einen Interessenten aus Berlin, der das gesamte, der Wobau zugehörige Areal entwickeln wollte. Pläne für ein Altenpflegeheim, Studentenappartements sowie Verlagerung und Neubau des vorhandenen NP-Discounters gehörten unter anderem dazu. In mehreren Bauabschnitten sollte ein neues Quartier entstehen. Auf eine Anfrage vor über zwei Jahren hatte das fragliche Unternehmen damals nicht geantwortet.

Quartiersplatz geplant

Auch in der Beschlussvorlage für den B-Plan wird darauf eingegangen. Der potenzielle Investor wollte nämlich einige Festsetzungen ändern, um sein Konzept umsetzen zu können. Nachdem die Verwaltung erklärt hatte, warum das aus ihrer Sicht nicht möglich ist, gab es jedoch keine Reaktion des Investors. „Es ist somit davon auszugehen, dass kein Interesse mehr an dem Vorhaben besteht“, informiert die Verwaltung deshalb nun.

Mit dem B-Plan wird das Quartier nun neu geordnet. Wieder soll eine straßenbegleitende Bebauung aufgegriffen werden. Nur im Inneren des Quartiers wären auch Stadtvillen beziehungsweise Reihenhäuser möglich. Die Geschosszahl bewegt sich zwischen drei und sechs Etagen. An der Einmündung Wolmirstedter Straße soll ein Quartiersplatz mit Gastronomie entstehen.

Der überarbeitete B-Plan-Entwurf wird erst in der März-Sitzung auf der Tagesordnung des Stadtrates stehen. Wird er beschlossen, wird er erneut ausgelegt. Anschließend können sich unmittelbar Betroffene erneut dazu äußern. Gibt es dann keine Änderungen, kann der B-Plan endgültig beschlossen und aufgestellt werden. Zeitpunkt: ungewiss.