Magdeburg l „Dieser Platz wird etwas Besonderes. Er soll sich grundlegend von dem früheren Gelände unterscheiden“, erläuterte Helmut Herdt, Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg (SWM), in Bezug auf den neuen Platz, der zwischen dem neuen SWM-Gebäude und Karstadt mitten in Magdeburgs City gestaltet werden soll. Gemeinsam mit Nico Küster, der das Projekt für die SWM leitet, hatte er das Vorhaben während der Septembersitzung 2018 des Bauausschusses vorgestellt.

Ein Herzstück sind die Ideen, die sich in einer modernisierten Weise an die Formensprache von Bruno Taut anlehnen. Die Investoren spielen hier wie Taut mit einfachen geometrischen Formen wie Kreisen und Dreiecken.

Zu beachten hatten die Planer dabei, dass es sich bei dem Platz um eine Fläche von 30 mal 100 Meter handelt. Damit muss eher von einer breiten Straße ohne Autoverkehr als von einem Platz im klassischen Sinne die Rede sein. Eingeflossen sind in den Entwurf für den Platz die Ideen des Weimarer Büros Junk und Reich, das auch den Neubau des Hauses entworfen hat, und vom Landschaftsarchitekten Michael Dane, der an der Gestaltung des Buga-Geländes in Havelberg mitgewirkt hat.

Pavillon
Herzstück inmitten des Platzes in Magdeburg ist ein kleiner Pavillon. Auch er soll an Tautsche Ideen erinnern. Immerhin hatte der Architekt Kioske entworfen, die ab den 1920er Jahren in Magdeburg an markanten Punkten aufgebaut waren. Der Kiosk verfügt über eine Fläche von 30 Quadratmetern. Helmut Herdt: „Wir möchten ihn auch als Raum für Einrichtungen aus Kultur und Wissenschaft zur Verfügung stellen.“ Denkbar sind hier zum Beispiel Mini-Ausstellungen, die auf Kongresse oder Angebote in anderen Häusern verweisen. Wie genau der Pavillon an Interessenten vergeben werden soll, steht noch nicht fest.

Bänke und Parkhauseinfahrt
Ebenfalls mit den von Taut gern genutzten geometrischen Formen gestaltet sind die Bänke, die in geschwungenen Bögen auf dem Platz stehen und die damit in einer gewissen Weise an die Bank auf dem Beimsplatz erinnern. Auch die Einfahrt in die Tiefgarage, die von SWM-Mitarbeitern und Mietern des Neubaus genutzt werden kann, ist entsprechend gestaltet.

Wasserspiel
Auf dem Platz befindet sich ein Wasserspiel. 36 Düsen werden hier auf einer Fläche von 7 mal 14 Metern untergebracht. „Um den Platz zum Beispiel bei Veranstaltungen nutzen zu können, wird das Wasserspiel ebenerdig angelegt“, erläutert Nico Küster. Das Wasser fließt über eine umlaufende Rinne zurück ins System.

Veranstaltungen
Durchaus genutzt werden kann der Platz künftig für ausgewählte Veranstaltungen. Das war bislang nicht möglich, da das Gelände wegen der einsturzgefährdeten Kellerdecken darunter nicht zu schwer belastet werden durfte. Das hatte nicht zuletzt dazu geführt, dass der Abriss des alten Blauen Bocks von der Ernst-Reuter-Allee aus erfolgen musste.

Die Decke der neuen Tiefgarage eröffnet größeren Spielraum. Und daher werden die SWM auf dem Gelände versenkbare Anschlussmöglichkeiten für Strom einbauen, so dass zum Beispiel mobile Kioske aufgebaut werden können. Eingeplant ist auch eine Hülse, in der ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt werden kann.

Gastronomie
Inwiefern die Freiflächen für gastronomische Angebote genutzt werden, steht noch nicht fest. Helmut Herdt sagt: „Gerade mit den Arkaden an unserem Neubau würde sich das anbieten.“ Diesbezüglich gibt es aber noch keine konkreten Pläne.

Bäume
Einige Bäume mit lichten Kronen – die Rede ist von Lederhülsenbäumen und Rot-Eschen – sollen auf dem Platz für Akzente sorgen. Da sich unter der Mitte des Platzes auch eine Parkebene befindet, werden für sie eigene große Behälter mit Erdreich eingebaut. Ein automatisches Bewässerungssystem soll ihr Wohlergehen auch in Sommern wie den 2018 gewährleisten.

Licht
Da sich der Platz nördlich des Neubaus befindet, spielt das Thema Licht eine große Rolle. Zum einen werden daher die Arkaden großzügig beleuchtet. Und auch die Baumkronen sollen angestrahlt werden. Mit Blick auf die Fassade von Karstadt werden vor dem denkmalgeschützten Gebäude Masten aufgestellt, die an Fahnenmaste erinnern und die ebenfalls der Beleuchtung dienen sollen.

Kunst
Im Stadtrat Magdeburg war einmal die Rede davon, auf dem Platz das Denkmal für das Magdeburger Recht aufzubauen. „Dazu ist das Gelände aber viel zu klein“, sagt Helmut Herdt. Das gilt auch für andere Installationen oder Skulpturen.

Fahrräder
Für den motorisierten Verkehr ist der neue Platz gesperrt. „Allerdings werden wir hier Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen“, berichtet Nico Küster. Zum einen gibt es im Keller Raum für 180 Fahrräder von Mitarbeitern und Mietern des Neubaus. Und auf dem Platz selber wird es 19 Stellplätze für Fahrräder geben – wie es sich für einen regionalen Energieversorger gehört – samt Lademöglichkeit für Elektro­fahrräder.