Magdeburg l Prunkstück des Bebauungsgebietes der ehemaligen Königlich-Preußischen Eisenbahnwerkstatt ist eine in den 1870er Jahren entstandene Werkshalle, in der einst die Federn der tonnenschweren Wagons gestählt worden sind. Darin werden laut Architekt und Bauinvestor Rolf Onnen auf zwei Ebenen auf einer Fläche von insgesamt 2000 Quadratmetern Loftwohnungen entstehen. Dieses Vorhaben ist mit einem Altbau samt Wasserturm auf dem Gelände an der Kapellenstraße als erster Schritt zum Erhalt des traditionsreichen Buckauer Industriestandorts (zählte auch zu Buckau-Wolf) umgesetzt worden – die Loftwohnungen sind allesamt bewohnt. Mit einer Ausnahmegenehmigung ist bereits damit begonnen worden, einen Steinwurf entfernt eines von insgesamt sechs Einfamilienhäusern zu errichten.

Über den Umbau der seit Jahren leerstehenden Werkstatthalle aus rotem Backstein im Westbereich des Geländes befindet der Stadtrat in seiner Sitzung im August, wo die Abstimmung über den von der Verwaltung nun vorgelegten Bebauungsplan auf der Tagesordnung stehen wird. Sollte es grünes Licht geben, werde es etwa ein Dreivierteljahr dauern, bis die Sicherungs- und Umbauarbeiten anlaufen, schätzt Onnen ein. Binnen eines Jahres soll das vier Millionen Euro schwere Projekt umgesetzt werden. Parallel komme es laut Onnen zur Sanierung der Sporthalle Buckau, in der einst Generationen von Handballspielern aktiv waren und die seit längerem nicht genutzt wird. Die ehemalige Werkshalle an der Coquistraße, die bis zur Kapellenstraße reicht, hatte sich Rolf Onnen zwar auch gesichert, sie aber zwischenzeitlich an ein anderes Unternehmen verkauft.

Wohnprojekte in ehemaligen Industriebauten

Der Umbau der Königlich-Preußischen Eisenbahnwerkstatt reiht sich in Wohnprojekte, die mit den Messma-Lofts (ehemaliges Messgerätewerk Magdeburg) an der Schönebecker Straße, dem Industriedenkmal (ehemalige Mechanische Werkstatt und Ausbildungsstätte der Magdeburger Armaturenwerke) und der Budenberg-Villa an der Budenbergstraße, dem Lofthaus Buckau an der Dorotheenstraße (ehemalige Waffenschmiede und früherer Betrieb C des MAW) umgesetzt wurden. Auch für die einstige Sket-Werkshalle an der Ecke Schönebecker Straße/Sandbreite existieren Pläne: Hier ist der Umbau zu einem Nahversorgungszentrum vorgesehen. In Sichtweite auf der Ostseite der Schönebecker Straße visiert ein Berliner Unternehmen ein Wohnprojekt an: Der in den 1840er Jahren von der Vereinigten Hamburg-Magdeburger Schifffahrts-Compagnie eröffnete Bau, der heute einer Ruine gleicht, soll 40  Wohnungen unter einem Dach vereinen. Das Werksgelände ist auch als 1.  Maschinenfabrik Buckau bekannt.

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„Sicherlich dauert der Umbau in einem Sanierungsgebiet seine Zeit, aber er ist erfolgreich: Buckau hat sich zu einem In-Viertel entwickelt“, schätzt Rolf Onnen ein.