Magdeburg l Die gute alte Stadthalle in Magdeburg ist eines der ganz großen Aushängeschilder der Elbestadt. Nur behandelt wurde sie so nicht – zumindest in den vergangenen Jahrzehnten. Aus Mangel an Finanzen waren dringende Sanierungen und Umbauten – die teils noch aus DDR-Zeiten rühren – immer wieder verschoben worden. So hat sich ein enormer Sanierungsstau gebildet.

„Jetzt gehen wir die Stadthalle an“, kündigte OB Lutz Trümper (parteilos) den Umbau von 2019 bis 2022 an, den der Stadtrat am 8. Juni beschließen soll. Mit rund 65 Millionen Euro wird der markante Bau tauglich für die Zukunft und optisch in die Vergangenheit versetzt. So soll außen der Urzustand der 1927 von Johannes Göderitz entworfenen Halle wiederhergestellt werden. Dabei geht es um historische Fassadenansätze und eindrucksvolle Lichtbänder.

Für eine bessere Sicht

Noch viel mehr passiert im Inneren. Die Bühne wird von der Süd- auf die Nordseite verlegt. Anlieferung und Bühne befinden sich dann endlich im selben Bereich. Der Saal wird rekonstruiert und erhält u. a. ausfahrbare Podeste. Damit können hintere Sitzreihen und Randbereiche für eine bessere Sicht erhöht werden.

Zudem wird der bisherige Bühnenbereich zu einem Erlebnisfoyer umgestaltet, in den auch die Terrasse vor dem Haupteingang einbezogen werden kann. Zusätzlich werden Tagungsräume in den Bereichen der Verwaltung rechts neben dem Haupteingang geschaffen. Alles in allem werden 65 Millionen Euro in die Halle gesteckt - von der Sanierung der Pfahlgründung, auf der die Halle steht, bis zum Dach, das die Innenräume schützt. Außerdem wird die Halle künftig mit einer mobilen Mauer gegen Hochwasser geschützt.

Hoffen auf Landesmittel

„Wir hoffen bei der Finanzierung auf Fördermittel vom Land“, sagte Lutz Trümper weiter. Im Gespräch seien bis zu 90 Prozent, weil es sich um ein Denkmal von herausragender Bedeutung und um ein touristisch wichtiges Objekt handele. Steffen Schüller, Chef des städtischen Hallenbetreibers MVGM: „Magdeburg braucht dringend eine moderne Stätte für Konzerte und Kongresse mit bis zu 2000 Plätzen. Das schaffen wir mit der Sanierung, weil künftig viele Räume teilbar und auch klimatisiert sind.“ Einen Wermutstropfen gibt es dennoch. Die Halle kann während des Umbaus nicht für Veranstaltungen genutzt werden.

2022 soll die Halle in neuem Glanz erstrahlen und mit dem dann ebenfalls neu gestalteten Umfeld und der Hyparschale Teil der Kulturhauptstadtbewerbung werden. Trümper gab bei der Gelegenheit der Hyparschale auch gleich noch eine Bestandsgarantie: „Bis Juni 2017 haben wir einen Investor. Wenn nicht, sanieren wir selber.“