Magdeburg l Jörg Böttcher leitet im Magdeburger Wirtschaftsdezernat den Bereich Standortmarketing. Er freut sich nicht zuletzt über die Ergebnisse aus der Zusatzbefragung im Rahmen der Studie „Vitale Innenstädte“, in der Besucher der Magdeburger City befragt wurden.

In dieser ging es zum einen auch um die Zufriedenheit mit der Stadt. Die Frage lautete: „Leben Sie gern in Magdeburg bzw. würden Sie gern in Magdeburg leben?“ Im Jahr 2014 hatten darauf noch 74 Prozent der Befragten mit Ja geantwortet, im Jahr 2016 waren es dann fünf Prozent mehr. Jörg Böttcher sagt: „Dieser Wert kann sich doch sehen lassen.“

Magdeburger stolz auf ihre Stadt

Georg Bandarau, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins „Pro M“ und damit stets am Wohlfühl-Gefühl der Magdeburger interessiert, wirft bei diesen Ergebnissen einen Blick noch weiter zurück: „Vor zehn Jahren beantwortete diese Frage gerade einmal die Hälfte der Befragten mit Ja, ein paar Jahre vorher war es gerade einmal ein Drittel. Heute sind die Magdeburger mehr denn je stolz auf ihre Stadt.“

Wichtig ist neben einem guten Gefühl, in der Stadt Magdeburg zu leben, aber auch, dieses nach außen zu zeigen. Schließlich sollen die Besucher der Stadt und ihrer Einwohner das Besondere Magdeburgs auch nach außen tragen.

Dachmarke "Ottostadt" ist bekannt

Und um diesen Transport des Lebensgefühls zu unterstützen, ist vor einigen Jahren die Ottostadt-Kampagne mit ihren charakteristischen warmen Farben zwischen einem Schokoladenbraun und einem Goldton ersonnen worden samt Botschaft, dass der Otto das eine oder andere tut oder mag. Jörg Böttcher sagte mit dem Blick auf die Umfrageergebnisse. „Das Beste kommt ja noch – die Zahlen zur Ottostadt-Kampagne.“ Bei dieser ist der Sprung nämlich noch viel größer. Die Dachmarke „Ottostadt“ war im Jahr 2014 bei 70 Prozent der Befragten bekannt – im Jahr 2016 waren es 86 Prozent.

Ebenso wichtig, so befindet Georg Bandarau, ist in diesem Zusammenhang die Steigerung der Zustimmung zu der Idee: „Waren es im Jahr 2014 noch 52 Prozent der Befragten, die die Kampagne gut oder sehr gut fanden, ist ihr Anteil im Jahr 2016 auf 71 Prozent gestiegen.“

Keine Idee abgelehnt

Der „Pro M“-Geschäftsführer ermuntert bei dieser Gelegenheit die Magdeburger Vereine, Unternehmen und Institutionen, die Dachmarke zu nutzen: „Wer Interesse hat, der kann das mit uns ganz einfach abstimmen.“ Bislang sei noch keine Idee abgelehnt worden, die an den Stadtmarketingverein herangetragen wurde. „Wir haben aber beispielsweise Hinweise gegeben, wenn der Reiter verändert werden sollte, was aber nicht geht“, so Georg Bandarau.

Auf jeden Fall aber habe sich die Zahl derer, die die Dachmarke nutzen möchten, und zum Beispiel bei einem sportlichen Turnier als Ottostadt-Mannschaft auftreten möchten, vervielfacht: Vor drei Jahren gab es noch knapp 30 Interessenten, im vergangenen Jahr waren es dann schon weit über 150.

Sinn der Kampagne wird hinterfragt

Zu einem jährlich wiederkehrenden Ritual gehört derweil in den Haushaltsberatungen des Stadtrats die Frage nach dem Sinn der Kampagne und damit verbunden die Frage, ob der Nutzen die Kosten rechtfertigt. Während die Befürworter die Einzigartigkeit und damit den Wiedererkennungseffekt herausstreichen, fragen die Kritiker immer wieder nach, inwiefern mit Otto tatsächlich die Stadt Magdeburg in Verbindung gebracht wird.

Auf der anderen Seite hatte eben jene Dachmarkenkampagne vor wenigen Jahren bundesweit die Experten für das Marketing für Regionen und Kommunen überzeugt: Die Ottostadt Magdeburg ist Stadtmarke des Jahres 2013. Unter anderem punktete die Idee, da sie einlädt, Themen der Stadt mit einem Augenzwinkern nach außen zu tragen.