Beispiele, was Menschen in die City locken soll

Projekte: Das Einkaufsportal www.einkaufen-in-magdeburg.de soll fortgeführt werden. Kosten für die Stadt in den Jahren 2017 und 2018: 40 000 Euro. Die IG-Innenstadt wird mit einer Kampagne für die ganze Stadt unterstützt. Kosten für die Stadt von 2017 bis 2019: 121 000 Euro. Das Hundertwasserhaus als einer der Besuchermagneten in der Innenstadt soll kommendes Jahr mit 25 000 Euro aus der Ottostadtkampagne unterstützt werden. Ein Leerstandsmanagement soll Nutzer und Immobilien zusammenbringen.

Noch keine Kosten bekannt sind für einen hochwertigen Spielplatz in der Innenstadt, die räumliche Verdichtung, die Aufwertung des Wochenmarktes, die Aufwertung von Altem Markt, Fußgängerzone zwischen Ulrichplatz und dem Freiraum östlich des Allee Centers und der Regierungsstraße, Bahnhofsvorplatz, Domplatz, Friedensplatz sowie ein Beleuchtungskonzept. (ri)

Magdeburg l Am Ende haben die Stadträte in der Mehrheit das Maßnahmenpaket (siehe Infokasten) beschlossen, mit dem die Stadt die Magdeburger Innenstadt und die Stadtteilzentren attraktiver machen möchte. Doch zuvor gab es auf der Sitzung im Alten Rathaus eine umfangreiche Diskussion mit kritischen Fragen.

SPD-Stadtrat Jens Rösler sagte so: „Was hier vorgelegt wurde, ist kein Maßnahmenplan, sondern eine Sammlung von Ideen. Wir hätten uns eine Strategie gewünscht, wann was abgearbeitet wird.“ Und trotz der aktuellen Zustimmung erwarte man eine solche Konkretisierung für die Zukunft.

Stadtteile und die Innenstadt

Im Gegensatz zu kleinen Unternehmern in den Stadtteilen würden in der Innenstadt die großen Center und Filialisten von der Förderung profitieren – daher müsse genau darauf geachtet werden, dass sich die Stadtteile wirklich wiederfinden, so Michael Hoffmann, Rat der CDU/FDP-BfM-Fraktion und Geschäftsstraßenmanager aus Sudenburg. Fraktionskollege Reinhard Stern sowie Marcel Guderjahn (Gartenpartei) wollten wissen, warum viel Geld für die Innenstadt in die Hand genommen wird – nicht aber für Einkaufsstraßen wie die Halberstädter, die Olvenstedter, die Große Diesdorfer und die Lübecker Straße. Den Grund fürs Engagement in der Innenstadt nannte Alfred Westphal (Bündnis 90/Die Grünen): „Weil es die Innenstadt ist.“ Wenn es um das Werben von auswärtigen Kunden gehe, dann ziehe die Innenstadt naturgemäß am ehesten.

Oliver Müller (Die Linke/Future) stellte auch stellvertretend für den Kulturausschuss den Sinn der Homepage www.einkaufen-in-magdeburg.de in Frage. Tom Assmann (Bündnis 90/Die Grünen) konnte sich für dieses Instrument ebensowenig begeistern: „Man sollte über Social Media Geschichten erzählen.“ Und Christdemokrat Michael Hoffmann forderte eine Verbesserung des Portals: „Zurzeit ist das ein Google-Light.“ René Hempel (Die Linke/Future) meinte, dass die Menschen kein Internetprotal suchen, sondern eher das Gespräch und die Beratung.

Andernorts positive Erfahrungen

Wirtschaftsdezernent Rainer Nitsche erläuterte im Gegenzug den Grund für das städtische Engagement: „Die Kampagne ist mehr als nur das Internetportal. Auf diesem sollen aber künftig auch Infos zu Baustellen, aber auch zu Parkmöglichkeiten und zu Events eingepflegt werden.“ Die Stadt finanziere dabei nicht das Angebot der Mediengruppe Magdeburg, in der auch die Volksstimme erscheint, sondern vielmehr unterstütze sie die Händler, sich dort mit einem Basisangebot zu präsentieren. Die Erfahrungen anderer Städte zeigten, dass Internetportale funktionieren.

Roland Zander (Gartenpartei) sah derweil andere Schwerpunkte, an denen gearbeitet werden müsse: „Warum unterstützt die Bahn nicht die Händler?“, so seine Frage mit Blick auf einen Hauptakteur beim Tunnelbau, der für einen Teil des Besucherschwunds in der Magdeburger Innenstadt verantwortlich sein dürfte. Statt Werbung sollte es eher günstige Tickets der Verkehrsbetriebe für die Fahrt in die Innenstadt geben. Diesen Vorstoß mochte Abdreas Schumann (CDU/FDP/BfM) wiederum nicht gelten lassen und antwortet mit einem Zitat von Henry Ford: „Wer aufhört zu werben, um zu sparen, kann auch die Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“