Magdeburg l Eine kurze Verschnaufpause gibt es über die Feiertage bei der Bewerbung Magdeburgs um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025. Doch im Januar muss es sofort zügig weitergehen, wie der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle während der Dezembersitzung des Kulturausschusses berichtete.

Thema während der Sitzung des Kulturausschusses war allerdings auch ein Rückblick auf das bislang Erreichte. So sprach der Kulturbeigeordnete, der als Ersatzmann zum Auftritt der Magdeburger Delegation vor der Expertenjury nach Berlin gereist war, davon, wie intensiv die Vorbereitungen in den Monaten zuvor gewesen seien. Das Team mit zehn Vertretern aus Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft habe nicht nur zusammengefunden, es sei zusammengewachsen, so die Einschätzung von Matthias Puhle.

Er selbst hatte die Delegation, die vor der Expertenjury auftrat, nur als Ersatzmann begleitet und war nicht zum Zuge gekommen. Sehr wohl hatte er aber die Entwicklungen rund um das Rennen der acht Städte um einen Platz auf der sogenannten Shortlist und damit in der Endrunde genau beobachtet. So habe Dresden, das neben Zittau und Gera nicht weitergekommen war, einen sehr großen öffentlichkeitswirksamen Aufwand betrieben: „Die haben nichts unversucht gelassen und so getan, als ob sie schon Kulturhauptstadt wären. Unter anderem war ein öffentlichkeitswirksames Abkommen mit Sankt Petersburg geschlossen worden“, so der Kulturbeigeordnete.

Jury gibt Hinweise

Ob Magdeburg eine durchdachte Bescheidenheit geholfen hat, ein Verweis auf die Ideen und Räume, die hier noch nicht gelebt sind, sondern die noch entwickelt werden können, ist offen. Vielmehr müsse es jetzt darum gehen abzuwarten, welche Hinweise die Jury Magdeburg zum weiteren Bewerbungsverfahren noch gibt. Denn dies gehört zum Standard im Bewerbungsverfahren, dass die Bewerberstädte, die es im Rennen in die Endrunde geschafft haben, von der Jury eine schriftliche Stellungnahme über Potenziale und mögliche Defizite erhalten.

Berücksichtigt werden müssen diese Hinweise in der nächsten Broschüre, die die Stadt am 31. Juli abgeben muss und in der weitere Antworten gegeben werden müssen, wie und warum Magdeburg Kulturhauptstadt werden möchte. Zudem geht es darum, den eintägigen Besuch von Jurymitgliedern Mitte September vorzubereiten.

Straffes Programm mit Schwerpunkten

Es dürfte ein straffes Programm werden, in dem die Landeshauptstadt deutlich machen muss, mit welchen Schwerpunkten sie den Titel der Kulturhauptstadt Europas mit Leben füllen möchte. Unter anderem, so war bei einer vorherigen Veranstaltung zu erfahren, möchte Magdeburg Ideen entwickeln, die auch auf andere ähnliche Städte abseits des kulturtouristischen Massenbetriebs anwendbar sind. Sprich: Magdeburg möchte auch anderen Städten Europas helfen, Profil zu entwickeln und zu zeigen.

Im Zuge der Diskussion im Kulturausschuss hatten Ausschussvorsitzender und Stadtrat Oliver Müller (Die Linke) und Stadträtin Carola Schumann (FDP) darauf hingewiesen, dass die ersten Ideen, Magdeburg ins Rennen um den Titel der Kuturhauptstadt zu schicken, im Stadtrat entwickelt worden waren. Namentlich wurde hier als Ideengeberin die frühere Linke-Stadträtin Karin Meinecke genannt. Carola Schumann hatte zudem angeregt, zur Vertretung der Bewerbung vor diesem Hintergrund auch Stadträte mit einzubinden. Wenn nicht vor der Jury, dann doch als Begleitung.