Magdeburg l Die Stadt zieht jetzt die „Reißleine“: Die Steuerungstechnik für die Badewasseraufbereitung fliegt raus, gleichzeitig wird man sich von der Firma, die die Technik eingebaut hat und sie auch wartet, trennen. Das ist der Masterplan der Stadt, um die Diesdorfer Problem-Schwimmhalle störungsfrei zu machen. Die neue Technik soll in der kommenden Sommerschließzeit der Halle an der Großen Diesdorfer Straße eingebaut werden. Insgesamt sind dafür 20 Tage eingeplant. Rund 125.000 Euro könnte das die Stadt Magdeburg kosten, ein entsprechendes Angebot liege vor, teilte das zuständige Kulturdezernat auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke im Stadtrat mit.

Das Unternehmen, das die Steuerungstechnik in die Schwimmhalle eingebaut hatte, habe vergeblich versucht, die störanfällige Anlage in den Griff zu bekommen. Mit Unterstützung des städtischen Eigenbetriebs Kommunales Gebäudemanagement habe man versucht, mit der Wartungsfirma ein klärendes Gespräch zu führen. Dieses Angebot wurde von der Unternehmensleitung aber nicht angekommen. Darum jetzt das Ende der Zusammenarbeit. Ob man das Unternehmen in Regress nehmen wolle, wurde nicht mitgeteilt.

2011 wurde die Diesdorfer Schwimmhalle aufwendig grundsaniert und sollte eigentlich damit für die Zukunft fit sein. Bis 2015 lief der Betrieb dann auch einigermaßen reibungslos. Ab 2016 war es dann damit vorbei, die Steuerungstechnik fing an „zu stottern“.

Vier Monate geschlossen

Ab 2016 nahmen die unvorhersehbaren Ausfallzeiten, vor allem durch den Ausfall der Steuerungstechnik der Wasseraufbereitung, zu. Zunächst viel die Wasseraufbereitung an zwei Tagen aus. Um den Fehler zu beheben, wurden 36 Ultrafiltrationsmodule der Wasseraufbereitung ausgetauscht, weil sie verstopft waren. Die Schwimmhalle musste für knapp vier Monate geschlossen bleiben.

Im Jahr 2017 musste die Schwimmhalle an insgesamt sieben Tagen geschlossen bleiben. Fünf Tage davon gingen wieder auf das Konto der Wasseraufbereitungsanlage. Für das vergangene Jahr listet die Stadt insgesamt 22 Ausfalltage auf, wobei für zehn wieder die nicht funktionierende Wasseraufbereitung verantwortlich ist und zwölf wegen anderer verschiedener technischer Defekte entstanden sind. Ebenfalls aufgrund technischer Fehler musste in diesem Jahr die Schwimmhalle an sechs Tagen geschlossen bleiben. Grund dafür waren Probleme mit der Lüftungsanlage, die zu Geruchsbelästigungen in der Halle geführt hatten.

Im Zeitraum von 2016 bis heute haben Reparaturen, Fehlersuchen und Instandhaltungsarbeiten Gesamtkosten in Höhe von 353 977,79 Euro verursacht, teilte die Stadt mit.