Magdeburg l Die Suche nach einem Schulstandort in Magdeburg geht weiter, nachdem im Oktober 2017 der Vorschlag der Stadtverwaltung Magdeburg für die Nutzung einer Fläche an der Amtsgartenstraße im Rat durchgefallen war. Zwar läuft die Standortsuche verwaltungsintern. Doch während der Novembersitzung des Stadtrats wurde das Thema per gemeinsamen Antrag der Fraktionen CDU/FDP/BfM sowie SPD noch einmal unterstrichen.

Aufgenommen wurde in diesen der Vorschlag der Gartenpartei zu prüfen, ob auch der Innenbereich des Werner-von-Siemens-Rings, die landwirtschaftlich genutzte Fläche an der Halberstädter Chaussee zwischen Christian-Peicke-Straße und Aßmannstraße, die gegenüberliegende landwirtschaftliche Nutzfläche sowie die landwirtschaftlich genutzten Flächen hinter dem Knochenpark am Königsweg als Alternativen genutzt werden könnten.

Stadtrat kritisiert Stadtrat

Auseinander gingen derweil die Meinungen darüber, ob ein Anbau an die bisherige Schule die bessere Alternative sei. Dagegen und stattdessen für eine eigenständige neue Grundschule an einem anderen Standort sprach sich u. a. Jürgen Canehl (Bündnis 90/Die Grünen) aus, der bei der vorangegangenen Diskussion mit falschen Zahlen argumentiert und dafür und für „Angriffe unter der Gürtellinie“ während der Stadtratssitzung von Christian Hausmann (SPD) scharf kritisiert wurde.

Der Sozialdemokrat verwies auf einen hohen Handlungsdruck aufgrund der hohen Schülerzahl. Prinzipiell sprach er sich aber wie Jürgen Canehl für einen neuen Standort aus: „Aus unserer Sicht ist es jedoch sinnvoller, dort eine neue Schule zu bauen, wo perspektivisch Familien mit Kindern hinziehen. Die Ansiedlung zwischen Ottersleben und Lemsdorf, wo zukünftig neue Eigenheimgebiete für Familien entstehen werden, halten wir daher für vielversprechender und vor allem zukunftssicherer gegenüber dem Standort Amtsgartenstraße.“

Stadtrat soll ergebnisoffen diskutieren

Bernd Heynemann aus der Fraktion CDU/FDP/BfM und Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Schule und Sport setzt derweil darauf, dass ergebnisoffen diskutiert wird. In diesem Zusammenhang kritisiert René Hempel aus der Fraktion Die Linke/Future, dass dies bislang offenbar nicht der Fall war: Zuletzt sei das Grundstück an der Amtsgartenstraße als alternativlos benannt worden – und jetzt werde die Suche wieder eröffnet.

Derweil berichtet Oberbürgermeister Lutz Trümper davon, dass die meisten Ottersleber, mit denen er ins Gespräch kommt, einen Anbau für die bisherige Grundschule favorisieren. Diese Ansicht teilt auch Christdemokrat Matthias Boxhorn, der selbst Kinder an der Grundschule in Ottersleben hat und sagt: „Man hört immer wieder: ,Wir wollen Anbau.‘“

Meinungsvielfalt im Stadtrat Magdeburg

Die Freie Demokratin Carola Schumann bewies bei dieser Gelegenheit, dass die Meinungen dabei auch innerhalb einzelner Fraktionen differieren: Sie lehnte den Antrag aus ihrer und der SPD-Fraktion ab. Sie sagte: „Was soll Festlegung auf Frankefelde und Lemsdorf? Was ist mit den Wohngebieten Auf den Höhen und Birnengarten?“ Auch die Teile westlich der Halberstädter Chaussee gehören zur Stadt Magdeburg, und auch hier müsse eine angemessene Infrastruktur geschaffen werden, so die Stadträtin.

Hintergrund der Schulsuche: Die Grundschule Ottersleben ist schon vor Jahren aus allen Nähten geplatzt. Um nicht auf dem Schulhof unterrichten zu müssen, werden nämlich Räume der Ernst-Wille-Gemeinschaftsschule mitgenutzt. Nur: Auch hier wird der Platz gebraucht. Die Zahl der Schüler steigt in ganz Magdeburg, und auch die Sanierung der Willeschule ist längst Thema.

Schulstandorte in Sudenburg, wo es Grundschulen auf der Friedenshöhe und in der Braunschweiger Straße gibt, sind keine echte Alternative: Für Grundschüler ist die Entfernung zu diesen Standorten zu groß.