Magdeburg l Von einer schrumpfenden Stadt kann entgegen früheren Prognosen im Falle von Magdeburg seit Jahren keine Rede mehr sein. Doch die Phase der großen Bevölkerungsgewinne, als von Jahr zu Jahr 1000 bis 3000 Menschen mehr in Magdeburg gemeldet waren, scheint vorerst vorbei zu sein.

Das Magdeburger Amt für Statistik hat die Zahlen aus dem Einwohnermelderegister ausgewertet und schreibt im jüngsten Quartalsbericht: „Trotzdem wächst die Landeshauptstadt weiter.“ Und zwar mit Stichtag zum Jahreswechsel um 635 Personen auf 241.769 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Magdeburg im Vergleich zum 31. Dezember 2016.

Bevölkerung wächst langsamer

Als Grund für die langsamer steigende Zahl von Magdeburgern heißt es seitens des Magdeburger Amts für Statistik: „Hier macht sich die nachlassende Zuweisung von Flüchtlingen deutlich bemerkbar.“

Mit 241.769 Bewohnern bewegt sich Magdeburg im Bereich der Zahlen vor zwanzig Jahren: Damals verlor die Stadt massiv an Einwohnern, da immer mehr Menschen der Arbeit wegen in die westlichen Bundesländer oder ins Ausland zogen. Zudem wurden damals wie heute mehr Sterbefälle als Neugeborene in Magdeburg gezählt. Im Jahr 1997 hatte Magdeburg 245.509, ein Jahr später waren es nur noch 239.462 Einwohner. Den niedrigsten Einwohnerstand hatte die Landeshauptstadt im Jahr 2004 mit 226.675 erreicht, seitdem wächst die Zahl der Bewohner wieder.

Prognose sagte weniger Magdeburger vorher

Nicht gehalten haben sich die Einwohnerzahlen an die Prognosen, die bis vor wenigen Jahren entwickelt wurden. So hatte eine Studie der Bertelsmannstiftung im Jahr 2006 für das Jahr 2020 gerade einmal noch 202.103 Magdeburger vorhergesehen. Immerhin war dieser Wert in der Prognose des Jahres 2011 angehoben worden – und zwar auf 225.320. Nicht ganz so drastisch waren die Vorhersagen des Statistischen Landesamts für die Zahl der Magdeburger ausgefallen – hier war im Jahr 2007 von 218.052 Bewohnern im Jahr 2020 die Rede, im Jahr 2011 von 230.709.

Die Folgen der damaligen Einschätzungen waren unter anderem, dass Schulen und Kindertagesstätten geschlossen und zum Teil die Gebäude und Grundstücke verkauft wurden. Inzwischen unternimmt die Stadt Magdeburg umfangreiche Bemühungen, um Ersatz für die damals als überflüssig eingeschätzten Plätze zu schaffen. Neben Neubauten geht es dabei auch um die Revitalisierung alter Standorte.

Zuzug sorgt für mehr Einwohner

Wie in den vergangenen Jahren ist der Einwohnerzuwachs allein dem Zuzug von Menschen aus dem Ausland zuzuschreiben. In dieser Gruppe sind neben den Flüchtlingen auch jene Menschen enthalten, die beispielsweise zum Studium oder aufgrund eines Stellenangebots in Magdeburg oder Umgebung in die Landeshauptstadt ziehen. Die Zahl der Magdeburger mit deutscher Staatsangehörigkeit ist hingegen um 1370 Personen gesunken.

Der Geburtenrekord von 2399 Kinder aus dem Jahr 2016 konnte im Jahr 2017 mit 2350 Kindern übrigens nicht eingestellt werden. Den Geborenen stehen 3026 Magdeburger gegenüber, die 2017 gestorben sind.