Magdeburg l Nächste Etappe für die 2. Nord-Süd-Verbindung: Mit dem Gleisviereck wird die bestehende Straßenbahnstrecke in der Leipziger Straße in Magdeburg mit dem neu geschaffenen Abschnitt in der Wiener Straße (bereits fertiggestellt) und in der Raiffeisenstraße/Warschauer Straße (Bau steht noch aus) verbunden. Damit schließen die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) die Lücke zwischen Schönebecker Straße (Buckau) und Halberstädter Straße (Sudenburg). Im November hatten die MVB über diesen Bereich auf einer Bürgerversammlung informiert.

Bahnstrecke sechs Wochen dicht

Das Gleisviereck entsteht unter Vollsperrung der vielbefahrenen Kreuzung, um die Bauzeit „so kurz wie möglich“ zu halten, heißt es vom Unternehmen. Lediglich Straßenbahnen passieren den Baubereich – in den Sommerferien 2018 ist allerdings eine sechswöchige Sperrung auch für die Bahn geplant. Bei einem Gleisviereck auf der anderen Seite der Neubautrasse, an der Halberstädter Straße, hatten sich die Arbeiten deutlich verzögert. 

Bis Ende September 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann im Spätsommer ist auch die Fertigstellung der Gleisverbindung von der Wiener Straße in die Leipziger Straße in Fahrtrichtung Reform vorgesehen, „so dass dann erstmals Straßenbahnen die Neubaustrecke Wiener Straße befahren“. Zudem wird die Haltestelle Wiener Straße neu gebaut.

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Knoten für Magdeburger Straßenbahn

Das Gleisviereck gilt als besondere Herausforderung, da im Untergrund der Kreuzung Leipziger Straße/Raiffeisenstraße/Wiener Straße wichtige Versorgungsleitungen der Städtischen Werke (SWM) verlaufen, die verlegt werden müssen. Zudem wird sich das Gleisviereck auf einem sogenannten leichten Masse-Feder-System befinden, vergleichbar mit jenem Bereich am Opernhaus (Altstadt).

Diese Anlagen sind idealerweise in einem Stück zu bauen – anders als das Gleisviereck, das in der Großkreuzung Halberstädter Straße/Südring/Wiener Straße gebaut wurde. Zudem handelt es sich hier um ein sogenanntes unvollständiges Gleisviereck: Da keine Straßenbahnlinie aus der Raiffeisenstraße in Richtung Norden in die Leipziger Straße geplant ist, werden an dieser Stelle keine Gleise verlegt.

Bau in der Raiffeisenstraße

Nach der Bauphase in der Kreuzung starten auch die Bauarbeiten für die neue Straßenbahntrasse (teilweise als Rasengleis) im Teilstück Raiffeisenstraße-Dodendorfer Straße. Im September/ Oktober 2018 soll laut MVB-Sprecher Tim Stein mit dem Bau der Trasse begonnen werden. Die vorbereitenden Arbeiten waren hier seit Monaten im Gange.

Der ist gleichbedeutend mit dem Umbau der Straße: Die Gleise werden in der Mitte der Raiffeisenstraße integriert, die dafür auch verbreitert wird. Dabei ist ein Neubau der Abwasserschächte notwendig. Außerdem werden Stellflächen für Autos sowie die Geh- und Radwege neu geschaffen. 32 Parkplätze werden entfallen, so dass künftig nur noch Platz für 85 Fahrzeuge ist.

In Höhe der Dodendorfer Straße entsteht eine barrierefreie Haltestelle. Dafür müssen auch hier Versorgungsleitungen im Untergrund verlegt werden. Eine neue Mauer am Südfriedhof entsteht bereits. Aufgrund der territorialen Veränderung der Anlage bzw. der Straße und des Gehweges musste die bestehende Umzäunung weichen. An der Einmündung Rudolf-Wolf-Straße ist der Bau einer Ampel vorgesehen.

Sperrung für Autos

Der Kreuzungsbereich ist vom 19. März 2018 bis voraussichtlich September für den motorisierten Verkehr gesperrt. Die Raiffeisenstraße ist in Richtung Schäfferstraße als Einbahnstraße eingerichtet.

Diese Regelung gilt bis voraussichtlich April 2019. Das Parken ist abschnittsweise beidseitig möglich, so ein Hinweis.

Bus und Bahn

Die Straßenbahnlinien 6 und 9 sind während der Sommerferien vom 28. Juni bis 8. August nicht im Einsatz. Bereits ab dem 12. März 2018 gilt eine Umleitungsregelung für die Buslinien 52, 54 und N4, für die die Magdeburger Verkehrsbetriebe eigene Fahrläne auf ihrer Homepage veröffentlicht haben.

Ab dem Bahnhof Buckau sind die Busse der Linie 52 zwischen Porsestraße und Kastanienstraße über Freie Straße, Helmholtzstraße und Am Fuchsberg im Einsatz. Ab dem Südring gilt wieder die planmäßige Route. Die Haltestelle „Dodendorfer Straße“ wird in die Warschauer Straße verlegt. Es entfallen „Raiffeisenstraße“ und „Hertzstraße“. Dafür werden die Ersatzhaltestellen „Am Fuchsberg“ (an der Ecke Am Fuchsberg/Leipziger Straße) und „Wiener Straße/Hertzstraße“ eingerichtet.

Ab Bahnhof Buckau fährt die Linie 54 zwischen Porsestraße und Bördepark die Umleitungsstrecke über Dodendorfer Straße, Bierer Weg, Fermersleber Weg und Halberstädter Straße. Ab Haltestelle „Eiskellerplatz“ gilt die reguläre Linienführung. Die Haltestelle „Dodendorfer Straße“ wird in die Warschauer Straße vor die Kreuzung Freie Straße verlegt. Die Haltepunkte „Raiffeisenstraße“, „Hertzstraße“ und „Südring“ entfallen hingegen. Eingerichtet werden dafür die Ersatzhaltestellen „Sudenburger Straße“, „Fermersleber Weg“ und „Semmelweisstraße“. Die Haltestelle „Eiskellerplatz“ befindet sich im Lemsdorfer Weg vor der Kreuzung Halberstädter Straße.

Nachtlinien werden umgeleitet

Die Busse der Nachtlinie N4 zwischen Altem Martk und Ottersleben werden ab der Haltestelle „Hasselbachplatz“ über Halberstädter Straße, Südring, Wiener Straße, Am Fuchsberg, Freie Straße, Dodendorfer Straße und Bierer Weg umgeleitet. Ab dem Halt „Fermersleber Weg“ sind sie weiter planmäßig unterwegs. Die Haltestelle „Halberstädter Straße“ findet sich in der Halberstädter Straße wieder. Der Halt „Am Fuchsberg“ wird in den Fuchsberg verlegt. Entfallen werden „Raiffeisenstraße“ und „Südfriedhof“. Es gelten die Ersatzhaltestellen „Hertzstraße/Wiener Straße“ und „Sudenburger Straße“.

Übrigens: Die letzte neue Strecke, die in Magdeburg in Betrieb genommen wurde, war die zwischen Leipziger Chaussee und Reform im Jahr 2012. Auch sie gehört zur Zweiten Nord-Süd-Verbindung in Magdeburg.