Magdeburg l Menschenmassen im Dunkeln auf der Ernst-Reuter-Allee – was in weiten Jahresteilen nicht der Fall ist, ändert sich regelmäßig mit Öffnung des Weihnachtsmarktes. Weil dann Magdeburger und Gäste in die Innenstadt strömen, wird der Fußweg über die breiten Innenstadtstraßen wie der Ernst-Reuter-Allee deutlich gefährlicher als im Rest des Jahres.

Kontrolle des Tempolimits

Die Stadtverwaltung reagiert darauf. Sie reduziert die vorgeschriebene Geschwindigkeit auf Tempo 30 - und kontrolliert die Einhaltung konsequent mit dem sogenannten Adventsblitzer. Er heißt bei einigen Autofahrern so, weil das reguläre Geschwindigkeitsmessgerät der Stadt in der Vorweihnachtszeit besonders häufig an dieser Stelle zum Einsatz kommt.

Kontrolliert werden vor allem die in Höhe Hartstraße in Richtung Strombrücke fahrenden Autos. Hintergrund: Hier überqueren im Dezember deutlich mehr Fußgänger den ampellosen Abschnitt zwischen Reuterallee und Weihnachtsmarkt. Deshalb gilt dort eine temporäre Langsamfahrstrecke für Autos bei maximal 30 Stundenkilometern.

Bußgeld und Punkte in Flensburg

Doch die Vorschrift ist das eine, Kontrolle das andere. Die Stadt setzt deshalb ihr mobiles Geschwindigkeitsmessgerät „Poliscan Speed“ ein. Fünfmal wurde dort in dieser „Saison“ über jeweils mehrere Stunden gemessen - und das mit interessanten Ergebnissen, die für drei Messungen schon vorliegen. Von 5616 Fahrzeugen wurden 1432 geblitzt. Etwa jedes vierte Auto war damit in dem Abschnitt so schnell unterwegs, dass das Messgerät auslöste. Spitzenreiter war ein Autofahrer, der am 28. November mit 68 Stundenkilometern durch die Tempo-30-Zone fuhr. Die Quittung: 160 Euro Bußgeld, zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei und ein Monat Fahrverbot. Die Ergebnisse sprechen also für sich - auch die Verlängerung der befristeten Tempo-30-Zone bis Silvester.

Viel mehr Fußgänger

„Die Reduzierung der Geschwindigkeit bis zum 31. Dezember ist erforderlich, da es in der Innenstadt unter anderem durch den Weihnachtsmarkt und die Eisbahn am Allee-Center jedes Jahr ein deutlich erhöhtes Fußgängeraufkommen gibt“, hatte eine Stadtsprecherin schon kurz vor Beginn der verstärkten Kontrollen mitgeteilt.

Die Stadt geht mittlerweile mit den Kontrollen deutlich offener um. Vor Jahren hatten Autofahrer beklagt, dass die zeitlich begrenzt angebrachten Verkehrsschilder zu schlecht zu sehen seien und es vorher keine öffentliche Information gegeben habe. Die Macht der Gewohnheit hatte deshalb so manchen Autofahrer in die Blitzerfalle gelockt - und der Stadt den Vorwurf der „Abzocke“ eingebracht. Diese Stimmen sind jetzt nicht mehr zu hören.

Zweiter Blitzer geplant

Ganz im Gegenteil. Für das kommende Jahr soll noch ein zweites kommunales Blitzgerät angeschafft werden - um auch ganzjährig und flächendeckender Raser stellen zu können - ein Wunsch vieler Anwohner, auch in den Stadtteilen.