Streik

Streik bei Ikea Magdeburg - Gewerkschaft Ver.di fordert mehr Lohn für Beschäftigte

Bei Ikea in Magdeburg wird gestreikt. Die Gewerkschaft Ver.di hat dazu aufgerufen. Das Möbelhaus ist trotzdem geöffnet.

Von Christina Bendigs
Mitarbeiter von Ikea haben am 12. Juni 2021 gestreikt. Die Gewerkschaft Ver.di hatte dazu aufgerufen. Sie fordert mehr Lohn für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel.
Mitarbeiter von Ikea haben am 12. Juni 2021 gestreikt. Die Gewerkschaft Ver.di hatte dazu aufgerufen. Sie fordert mehr Lohn für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel. Foto: Christina Bendigs

Magdeburg - Auf dem Parkplatz flattern Ver.di-Fahnen und als sich kurz vor 10 Uhr am 12. Juni 2021 bereits eine lange Schlange vor dem gelb-blauen Ikea-Möbelhaus in Magdeburg bildet, stehen einige Mitarbeiter mit neongelben Streikwesten vor dem Gebäude. Sie haben an diesem Tag die Arbeit niedergelegt und fordern mehr Lohn.

Aufgerufen zum Streik hat die Gewerkschaft Ver.di, die sich derzeit in Verhandlungen mit den Arbeitgeber-Verbänden befindet. Ein neuer Tarifabschluss für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen soll erreicht werden.

Das Ziel der Gewerkschafter: Die Löhne sollen um 4,5 Prozent erhöht werden, außerdem soll es 45 Euro pro Monat extra geben, nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für alle Auszubildenden. Die Arbeitgeber-Seite hätte 4,4 Prozent monatlich geboten und fordere eine Vertragslaufzeit von drei Jahren. „Das geht überhaupt nicht“, sagt Gewerkschaftssekreetär Torsten Furgol, der am Streiktag ebenfalls vor Ort ist.

Streik bis 24 Uhr angemeldet

Seine Kritik: Das Angebot der Arbeitgeber-Seite gleiche die Inflationsrate nicht aus. Es bestehe die Gefahr eines Reallohnverlustes, „die Beschäftigten haben dann weniger Geld in der Tasche“. Keiner wisse, wie sich die Wirtschaft weiter entwickele. Deshalb fordert Ver.di eine Laufzeit des Vertrags von nur einem Jahr. Dann soll zu den neuen Bedingungen auch neu verhandelt werden. In der Regel würden Tarifverträge für zwei Jahre abgeschlossen, erläutert Furgol

Unternehmen wie Ikea seien gut durch die Corona-Krise gekommen, etwa mit Hilfe von Click&Collect-Angeboten. An diesem Erfolg sollten auch die Mitarbeiter beteiligt werden, „die geschuftet haben“, wie Furgol sagt.

Bereits um 4 Uhr am Morgen begannen die ersten Ikea-Mitarbeiter zu streiken. Um nicht Auflagen zur Corona-Pandemie zu verletzen, wurde der Streik entzerrt und ist bis 24 Uhr angemeldet.