Magdeburg l Mieter und Grundstücksbesitzer in Magdeburg müssen sich ab 1. Oktober 2020 auf volle Mülltonnen vor ihren Haustüren einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebes zu einem zweitägigem Streik aufgerufen. Damit sollen die Forderungen nach mehr Lohn für Mitarbeiter und Auszubildende untermauert werden. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Verdi und den Arbeitgebern ist für den 22. Oktober anberaumt.

Die Beschäftigen sind deshalb am 1. Oktober 2020 zu einem Streik-Frühstück vor der Verdi-Zentrale in der Leiterstraße eingeladen. Danach ist eine Kundgebung angesetzt. Anschließend würden die Streikteilnehmer nach Hause geschickt, sagte Dagmar Huhn von Verdi.

Nach ihren Angaben herrsche unter den 305  Beschäftigten des Abfallwirtschaftsbetriebes Magdeburg ein hoher Organisierungsgrad. Aufgerufen seien aber alle Beschäftigten. Man rechne deshalb mit einer Teilnahme von 120 bis 150 Kollegen. Das werde spürbare Auswirkungen auf die Müllentsorgung in Magdeburg haben, hieß es.

Kompletter Ausfall befürchtet

Da am 3. Oktober 2020 wegen des Feiertages zum Tag Deutschen Einheit ohnehin keine Abfuhr erfolgt, wird der Müll damit inklusive des folgenden Sonntags vier Tage lang nicht abgefahren. Dies soll dann nachgeholt werden, erklärte die Gewerkschaft. Wie das erfolgen soll, wurde nicht mitgeteilt.

Die Stadtverwaltung erklärte, dass alle Betriebsbereiche in den Streik einbezogen seien. Deshalb müsse an beiden Tagen mit dem ganztägigen Ausfall der Entsorgung von Restmülltonnen, Bioabfalltonnen und Papiertonnen sowie der Containerabfuhr, Sperrmüllentsorgung, Schadstoffentsorgung durch das Schadstoffmobil und Papierkorbleerung gerechnet werden.

Folgen noch unklar

Welche Dienstleistungen an den beiden Tagen aufrechterhalten werden können, sei noch nicht klar. Deshalb müsse davon ausgegangen werden, dass auch die Wertstoffhöfe Cracauer Anger, Silberbergweg und Deponie Hängelsberge geschlossen sind und eine Abgabe von Abfällen ganztägig nicht möglich ist. Auch die telefonische Erreichbarkeit vom Sperrmüllservice, der Einsatzleitung und der Abfallberatung werde eingeschränkt sein.

Ausgefallene Leerungen und eventuelle Sperrmüllentsorgungen, Containerstellungen und Containerabholungen könnten aufgrund des Feiertags erst im Verlauf der kommenden Woche nachgeholt werden, hieß es weiter.

 

Verdi erklärt Motiv

Zum Motiv für den Streik erklärte Verdi-Fachbereichsleiter  Marcus Borck mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen: „Die Mitarbeiter in den kommunalen Entsorgungsunternehmen erwarten, dass ihre Leistungen entsprechend honoriert werden." Sie hätten in den vergangenen Wochen und Monaten unter erschwerten Bedingungen einen hervorragenden Job gemacht.

Neben Magdeburg sind auch Beschäftigte in Abfallentsorgungsbetrieben in Weimar und Chemnitz zum Streik aufgerufen.